Aus dem Amerikanischen von Christoph Hahn und Sky Nonhoff. Im Sommer 1971 spielte sich hinter den Mauern einer Luxusvilla an der Côte d'Azur eine der längsten und heißesten Partys aller Zeiten ab. Ihr Resultat war mehr als bemerkenswert: Es war das Meisterwerk Exile on Main St. von den Rolling Stones. In dem Anwesen von Keith Richards hatte die Band ihr Gefolge versammelt, Frauen, Freundinnen und Kumpels, die ihre Zeit damit verbrachten, alles zu rauchen, zu trinken und zu schnupfen, was in ihre Reichweite gelangte. Die Drogenhändler der Region, von allen nur "Les Cowboys" genannt, gehörten ebenso zu den täglichen Besuchern wie John Lennon, Yoko Ono oder Gram Parsons.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2007
"Nun geht es ins Detail", konstatiert Adam Olschewski und verweist damit auf einen neuen Trend bei Musikbüchern, dem sich jetzt auch Robert Greenfield mit seinem "Exile on Main St." anschließt. Darin beschreibe der Autor nämlich nicht mehr als die Entstehungsgeschichte des gleichnamigen Albums der Rolling Stones, das 1971 in der mittlerweile berüchtigten Villa Nellcôte aufgenommen wurde und das nach Olschewski zu einem "Wackerstein des Pop" wurde. Die dort veranstalteten Drogen- und Alkoholexzesse werden in diesem Buch ausführlich geschildert und machen das Haus zu einem Ort, an dem "Willkür waltet" und wo "kaum ein irdisches Gesetz greift". So mache der Autor unmissverständlich klar, "wie leicht Willkür mit Freiheit verwechselt werden kann". Allerdings gefällt dem Rezensenten, dass sich Greenberg nicht bei der reinen Musik-Analyse aufhält. Vielmehr gehe es ihm um "die Schilderung einer Generation".
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