Ashley Kahn

A Love Supreme

John Coltranes legendäres Album
Cover: A Love Supreme
Rogner und Bernhard Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783807700304
Gebunden, 344 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Michael Hein. Anfang der 60er Jahre ist in Jazzclubs und Tonstudios die Hölle los. Musiker wie Miles Davis, Ornette Coleman, Eric Dolphy und Charles Mingus experimentieren und improvisieren frei drauf los. Aber kaum jemand nutzt diese Freiheiten so radikal wie das legendäre Quartett um den Saxophonisten John Coltrane. Als Coltrane und seine Musiker Ende 1964 in New York mit den Aufnahmen für eine neue Platte beginnen, stehen sie auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Im Verlauf einer einzigen Session am Abend des 9. Dezember gelingt den vier Musikern eine Einspielung, die in der Jazzgeschichte beispiellos geblieben ist: Die Suite "A Love Supreme" bringt die spirituelle Sehnsucht einer ganzen Generation zum Klingen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.03.2005

Auf den ersten Blick hat Ashley Kahns neues Buch für den Rezensenten Werner Burkhardt "etwas von schönem Aberwitz", widmet sich der Musik- und Jazz-Historiker doch auf über 300 Seiten einem Musikstück von gerade einmal 33 Minuten. Doch bei eingehenderer Lektüre stellte der Kritiker fest, dass Kahns Werk zu John Coltranes "legendärem Album Love Supreme" geradezu "ins Herz der Dinge" führt. Die Worte des Autors "spiegeln die Klänge" einer Musik, mit der sich afro-amerikanische Interpreten in den sechziger Jahren gegen Rassenkonflikte wandten. Die vier Stunden im Plattenstudio schildert Kahn mit "minutiöser Genauigkeit", die nach Ansicht des Rezensenten allerdings mitunter in "Pedanterie" abzudriften droht.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.01.2005

Konrad Heidkamp bricht bei dieser Besprechung des Buches von Ashley Kahn, das sich mit dem Plattenalbum "A Love Supreme" von John Coltrane beschäftigt, in geradezu hymnische Preisungen dieses Jazzmusikers und seiner Platte aus. Der Rezensent bemerkt an Coltrane einen "Ernst", der wie er meint, häufig mit "Humorlosigkeit verwechselt" wird und er konstatiert, dass diese Komposition zum "Inbegriff" von "Spiritualität" wurde. Der amerikanische Autor schreibt in seinem Buch aus drei Perspektiven, nämlich aus der des Bewunderers, der des "Reporters der religiösen Unter- und Obertöne" und als "bienenfleißiger Sammler" biografischer Informationen. Damit, so Heidkamp anerkennend, hat er sich keine leichte Aufgabe vorgenommen, zumal der gesamte Band sich um eine einzige Schallplatte von 33 Minuten dreht. Dazu ist Coltrane auch keine Persönlichkeit, über die es "gute Geschichten" zu erzählen gäbe, denn selbst seine Drogensucht wirkte eher tragische als exzessiv, so der Rezensent. Doch da "A Love Supreme" auch nach Meinung Heidkamps zur "Essenz des 20. Jahrhunderts" zählt, ist diese Konzentration des Autors durchaus gerechtfertigt und wenn das Album in den heutigen Zeiten auch "reichlich unzeitgemäß" wirkt, schreibt Heidkamp der Musik eine "unvermindert utopische" Kraft zu.
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