Bruno Monsaingeon

Die Chronik des Zeichners

Graphic Novel
Cover: Die Chronik des Zeichners
Staccato Verlag, Zürich 2015
ISBN 9783857917370
Gebunden, 144 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Als Hannes Binder Tagebücher und Dokumente seiner Großmutter findet und liest, lernt er auch seinen Urgroßvater kennen. Dieser wollte Maler werden, doch sein Vater, ein von der aufkommenden Industrie bedrängter Kammmacher, bittet ihn, sich das gut zu überlegen. Auch der erfolgreiche Maler Koller, den er plein air antrifft, warnt ihn vor dem harten Brot der Kunst. Die Dokumente aus dem Schreibtisch seiner Großmutter beflügeln des Zeichners Fantasie, er reist in die Vergangenheit, ins neunzehnte Jahrhundert, als der junge Urgroßvater die Kunst liebt und eine Diessenhofener Wirtstochter, als die Industrie das Handwerk bedrängt und die aufkommende Fotografie die Malerei. Und er erinnert sich an seine eigene Jugend als Kunststudent in den Sechzigerjahren mit seinem Aufbruch zu neuen Ufern. Dann kam das Neue in Form der Computer, mit dem jeder Illustrationen fabrizieren kann.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 21.03.2015

Nicht weniger als die Freiheit der Kunst findet Richard Kämmerlings durch die Existenz dieses herrlich anachronistischen Buches und die darin erzählte Geschichte bestätigt. Hannes Binder vermengt darin kunstvoll die eigene Biografie, die Geschichte seines Ururgroßvaters, eines Kammmachers, und einen Krimiplot über einen Katzenfellhändler im 19. Jahrhundert, wie Kämmerlings erklärt. Die Schabkartontechnik des Autors, so mühevoll und so unbezahlbar in digitalen Zeiten, so stark wirkt sie auf den Rezensenten. Gleich ob Binder traumartig-visuell von Passagen über die eigene Künstlerwerdung zur Kunstgeschichte und weiter zur Popkultur switcht oder vom Traum zur Wirklichkeit  - Kämmerlings folgt dem Autor mit Vergnügen.

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