Gemeinschaftsausgabe mit dem Bärenreiter-Verlag, Kassel. Mit 106 Notenbeispielen. Peter Gülke gehört heute zu den profiliertesten Musikschriftstellern. Der intellektuelle Grenzgänger zwischen der musikalischen Praxis und dem Nachdenken über Musik verbindet wissenschaftliche Nüchternheit mit theoretischer Spekulation. Die vorliegende Auswahl aus Arbeiten der letzten dreißig Jahre umfasst die Spanne zwischen Johann Sebastian Bach und Heinz Holliger mit thematischen Schwerpunkten bei Haydn, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Bruckner. Dabei stehen Werkbetrachtungen neben essayistischen Entwürfen, Miszellen neben grundsätzlichen ästhetischen Erwägungen, Polemiken neben Neuentdeckungen wie dem Werk der nordischen Sinfoniker Allan Pettersson und Jan Sibelius. Die Notwendigkeit, über die Musik hinaus- und von außen auf sie zurückzufragen, bringt historische, politische und ästhetisch-philosophisch Aspekte ins Spiel.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
Diese Rezension von Franziska Meier ist ein einziges, großes Lob. Gülkes Buch widerlege die These, dass Musik nicht zu beschreiben sei. In den zahlreichen "klugen, detaillierten und einfühlsamen Analysen" würden neue Einblicke vermittelt, die häufig auch für den Laien verständlich seien. In einem sehr eigenen Stil komme der Autor zu deutlichen Urteilen und sei dabei "bewundernswert unprätentiös" in seinem Vorgehen. Es handele sich hier um ein Buch, das sich zum schmökern eigne, für das man aber unter anderem wegen der philosophischen Gedankengänge, die der Autor formuliert, "viel Aufmerksamkeit und Ruhe" brauche, was aber alles andere als ein Vorwurf seitens der Rezensentin ist.
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