Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer Molad. Schönheit und Tod, Geborgenheit und Gewalt gehen in Yitzhak Laors Gedichten Hand in Hand. 1948 in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hadera geboren, wuchs er in einer Welt auf, in der auf der einen Seite des Ortes die Siedler in geordneten Häusern lebten, auf der anderen KZ-Überlebende und Neueinwanderer aus dem Vorderen Orient in ärmlichen Notunterkünften. Von Anfang an, sagt Yitzhak Laor, sei seine Beziehung zur Welt geprägt gewesen von Gewaltsamkeiten, deren Zeuge er täglich mit eigenen Augen wurde (und wird). Sein dichterisches Fragen umkreist deshalb den Ort des Einzelnen im Spannungsfeld von subjektiver Wahrnehmung und sie umgebender Geschichte und kündet von der tiefen Verletzlichkeit der Lebenden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2018
Carsten Hueck staunt über den Reichtum von Yitzhak Laors Sprache, seine Bildung und Welterfahrung, ob der israelische Dichter in den hier versammelten Texten aus den Jahren 1982-2016 nun privaten oder politischen Fragen nachgeht. Stets riskiert er etwas, meint Hueck, den Laors poetische Auseinandersetzung mit der israelischen Wirklichkeit mit Sarkasmus und Zartheit überrascht. Ein Verständnis vom Menschen und der Situation Israels nimmt der Rezensent aus der Lektüre mit. Die Übersetzung von Anne Birkenhauer scheint ihm durchdacht und geschmeidig, ihr Nachwort instruktiv, um die Feinheiten des neuhebräischen Originals zu ermessen.
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