Aus dem Englischen von Heike Steffen. Als James Cook 1768 zur ersten seiner drei großen Reisen aufbrach, war die Erde gerade einmal zu zwei Dritteln kartiert. Elf Jahre später hatte Cook nicht nur auf dem Wasserweg die Welt entschleiert, sondern auch umfangreiche kulturelle und wissenschaftliche Studien vorgenommen, die das neuzeitliche Bild der Erde entscheidend prägten. Zwar ist viel über Cooks Leistungen bekannt, doch verstellten die Fakten bisher den ungeschönten Blick auf diese außergewöhnliche Figur. Tony Horwitz lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht nur auf die dunklen Seiten des großen Forschers, sondern auch auf die zum Teil entsetzlichen Konsequenzen, die dessen Entdeckungen für einfache Kulturen nach sich zogen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 19.05.2004
Mit "großer Liebe zum Detail" ist Tony Horwitz dem "letzten großen Weltumsegler" im Auftrag seiner königlichen Majestät, Thomas Cook, nachgereist, stellt der Rezensent Hans-Volkmar Findeisen fest. Das daraus entstandene Buch schildert drei große Seefahrten, die Suche nach der legendären Nordwestpassage nach Indien sowie Alkohol- und Frauenexzesse an Bord und an den Küsten. Den "Gelehrtenstreit" um die wahre Todesursache kann jedoch auch Horwitz mangels "einschlägiger Quellen" nicht beenden. Seine "mit viel Hingabe betriebene" Spurensuche verliert sich "im Nebel" des Vagen, was der Rezensent aber durchaus in Ordnung findet. Bedauerlich dagegen scheint es ihm, dass der amerikanische Journalist in Cook, dessen Methoden ohnehin als meist moderat gelten, stets das Gute sucht, auch wenn dieser mal zur Peitsche griff. Der Autor wolle "die Schuld von seinem Helden" nehmen, gebe aber keinen Beleg für "diesen Ablass."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2004
Gern hat Nico Bleutge Tony Horwitz auf seinen Expeditionen begleitet, bei denen der amerikanische Journalist "im Kielwasser" des James Cook durch den Pazifik gereist ist. Anfangs erschien ihm die Konstruktion des Buch noch ein wenig holzschnittartig - die eigenen Sondagen verknüpft Horwitz offenbar mit der historischen Situion - doch mit der Zeit entwickelte die Perspektive des Autor ihren Reiz: Wie ein "umgedrehtes Fernglas" erschien sie dem Rezensenten, der so Ausgewogenheit und Präzision in Horwitz Bildern entdeckt hat.
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