Dass Roald Amundsen in einem Rennen auf Leben und Tod als erster Mensch den Südpol erreichte, weiß jedes Kind. Kaum bekannt ist hingegen, dass sein wahres Lebensziel der Nordpol war, den er wie ein Besessener wieder und wieder zu erstürmen versuchte und 1926 schließlich in einem Zeppelin überflog. Tor Bomann-Larsen erzählt die Geschichte des Mannes, der stets danach trachtete, als erster Mensch den Fuß in bis dahin unbekannte Weltgegenden zu setzen, während er sein eigenes Leben in Nebel hüllte und "sein Hirn wie einen Banktresor verschloss" (Lion Feuchtwanger). So blieb eine Frage bislang offen: Wer war Roald Amundsen wirklich? Der norwegische Journalist und Historiker Tor Bomann-Larsen erzählt das atemberaubende Leben einer Figur von antiker Wucht: Ohne falsche Ehrfurcht zeigt er die vielen Gesichter des gefeierten Entdeckers, der nicht nur Held und Idol, sondern auch ein kaltschnäuziger Lügner, ein skrupelloser Geschäftsmann und nicht zuletzt ein brillanter Vermarkter seiner selbst war. Amundsen war ein rastloser, zuweilen erratischer Getriebener, der sein Leben lang das Abenteuer suchte und darüber schließlich zum Mythos wurde, als er 1928 bei dem Versuch, mit dem Flugzeug einen Konkurrenten aus Seenot zu retten, spurlos verschwand.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.10.2007
Rezensent Stephan Opitz rekapituliert fasziniert und eingehend das bewegte Leben des Südpolentdeckers Roald Amundsen, so wie es ihm aus der im norwegischen Original bereits 1995 erschienenen Biografie von Tor Bomann-Larsen entgegentritt. Der Autor hat für seine Lebensbeschreibung bis dahin unerschlossene Quellen, wie die gesamte Korrespondenz der Brüder Amundsen mit ihren geschäftlichen Unterlagen, die Fahrtenplanungen oder das Tagebuch Amundsens nutzen können, erklärt der Rezensent. Bomann-Larsen gelingt ein sehr genaues Porträt dieser ambivalenten Persönlichkeit, die auch vor Lüge und Betrug nicht zurückschreckte, um seiner Sehnsucht nach den Polen nachgeben zu können, lobt Opitz. Er erkennt in Amundsen eine wichtige Identifikationsfigur und einen Volkshelden für die Norweger des 20. Jahrhunderts, die nicht zuletzt durch ihre späte Unabhängigkeit von Schweden und ihre geografische Abgelegenheit dergleichen bedurften. Von dieser gewichtigen Biografie ist der Rezensent hellauf begeistert, und er preist die Lektüre als sehr Gewinn bringend.
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