Klappentext

Die Staatsgründung Israels im Mai 1948 war eines der wichtigsten und folgenreichsten Ereignisse der letzten hundert Jahre. Tom Segev schildert nicht nur die dramatischen Bedingungen, unter denen Israel geboren wurde, sondern auch die ersten formativen Jahre des jungen Staates.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.07.2008

Eher impressionistisch fällt Arno Widmanns Kritik zu diesem erst mit zwanzig Jahren Verspätung ins Deutsche übersetzten Klassiker der israelischen Geschichtsschreibung aus. "Aufgewühlt" hat ihn, so Widmann, diese Darstellung der Staatsgründung, die - nicht anders als Staatsgründungen anderswo - mit Vertreibung, Unrecht und vielfältigen Bewegungen in der Grauzone zwischen Unrecht und Recht vonstatten ging. Ein Eindruck, den der Rezensent im Satz "Der Nahe Osten glich sehr dem Wilden Westen" resümiert. Auf die Auseinandersetzungen zwischen Menachem Begin und David Ben Gurion geht Widmann ein und vor allem auf die Aneignung von Land, Haus und Gut, durch die die "ersten Israelis" im fremden Land zu Eigentum kamen. Bewundernswert, so der Rezensent, ist die "Klarheit" des Buches, das den Tatsachen "370 spannende Seiten" lang ins Auge blickt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.07.2008

Auch zwanzig Jahre nach dem Erscheinen des Originals sei dieses Buch noch verstörend, begrüßt Rezensent Robert Misik die deutsche Übersetzung des epochalen Buchs des israelischen Historikers über die Staatsgründung Israels. Darin entlarve Tom Segev manchen Gründungsmythos als Lebenslüge der Großvätergeneration. Dabei macht für den Rezensenten das besondere Faszinosum dieses Buches aus, dass es neben der Aufdeckung der verdrängten Teile der Geschichte, seinen blutigen und erschütternden Seiten, auch die politischen Kultur des jungen Staates und sein "Ringen" um Identität und Demokratie beschreibt - Kibbutzim, Flüchtlingslager, die beginnenden Spannungen zwischen Säkularen und Orthodoxen. Manchmal fragt sich der Rezensent allerdings still: War denn wirklich gar nichts gut?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.05.2008

Ausgesprochen lohnend und immer noch hochaktuell findet Rezensent Dietmar Herz die Lektüre der nun endlich vorliegenden deutschen Übersetzung dieses Klassikers über die Anfänge des jüdischen Staats: Obwohl es im Original bereits vor fast einem viertel Jahrhundert erschien, die Wellen, die es damals schlug, längst selbst Geschichte sind und seine einst radikale Neuschreibung der Israelischen Geschichte inzwischen Allgemeingut ist. Denn auch heute erstaunt und begeistert den Rezensenten noch die Fähigkeit des israelischen Historikers Tom Segev zur "rigorosen Selbstkritik", sein Mut zur Darstellung kontroverser Themen und Standpunkte. Nicht nur seine Schilderung der Vertreibung und Enteignung der arabischen Bevölkerung, auch Segevs Darstellung der Probleme, die die ethnische Vielfalt der jüdischen Einwanderer, die Differenzen zwischen Orthodoxen und säkularen Juden für die Gesellschaft und Bildung der Nation bedeuten, findet er hochinteressant. Aber auch vor dem brillanten Stilisten Segev, der unseren Rezensenten mit seinen "lebhaften" Schilderungen dieses "faszinierenden Zeitabschnitts" ausgesprochen fesseln kann, zieht Herz tief den Hut.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.05.2008

Sehr angetan zeigt sich Ludger Heid von Tom Segevs Buch, der darin die Gründungsgeschichte Israels rekapituliert und dabei mit zahlreichen "nationalen Mythen" aufräumt. Der israelische Historiker und Publizist bemüht sich nachdrücklich um Gerechtigkeit gegenüber Juden wie Arabern und er erweist sich zudem als versierter "Erzähler", der seinen Lesern anschaulich die ersten Schritte zur Gründung des Staates Israel nacherzählt, streicht der Rezensent lobend heraus. Obwohl Segev den Zionismus nach wie vor positiv beurteile, verliere er dennoch die tragische Geschichte der Palästinenser nicht aus dem Blick und plädiere für eine gegenseitige Anerkennung der Leiden der jeweils anderen Seite. Dabei sei dem Autor bewusst, dass er hier an einer wichtigen Grundüberzeugung Israels säge, nämlich an der Gewissheit, der Zionismus sei per se eine gerechte Sache.
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