Tom Hillenbrand

Drohnenland

Kriminalroman
Cover: Drohnenland
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2014
ISBN 9783462046625
Taschenbuch, 432 Seiten, 9,99 EUR

Klappentext

Wozu Zeugen vernehmen, wenn all ihre Bewegungen und Gespräche bereits auf einer Festplatte archiviert sind? Warum Tatorte begehen, wenn fliegende Polizeidrohnen bereits alles abfotografiert haben? Als ein Brüsseler Parlamentarier auf einem Feld nahe der Hauptstadt ermordet aufgefunden wird, glaubt Kommissar Aart van der Westerhuizen zunächst, den Fall mithilfe des beinahe allwissenden Europol-Fahndungscomputers und der brillanten Forensikerin Ava Bittmann rasch lösen zu können. Und tatsächlich gibt es verblüffend schnell einen Verdächtigen. Doch dann entdeckt er immer mehr Hinweise darauf, dass die digitale Datenspur manipuliert wurde und gerät in eine Verschwörung, die ganz Europa in seinen Grundfesten zu erschüttern droht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2014

Dass Dystopien Spaß machen können, erfährt Hannes Hintermeier bei der Lektüre von Tom Hillenbrands Sci-Fi-Krimi. Die gar nicht so ferne Zukunft im totalen Überwachungsstaat kann ihm der Autor plausibel darstellen. Auch wenn der Plot Hintermeier nicht allzu spektakulär vorkommt (Bond plus Batman), überzeugen ihn Hillenbrands Fantasie und erzählerische Lust, die dem Rätsel eine Chance lassen. Mitreißend wirken auf den Rezensenten ferner die gekonnt entworfenen Szenerien, der Witz, das Tempo und allgemein die Lässigkeit, mit der Hillenbrand mit diesem Buch vom Routinier des Gourmet-Krimis zum Orwell-Nachfolger wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.05.2014

Beinahe zu überzeugend findet Rezensentin Sylvia Staude Tom Hillenbrands Sci-Fi-Krimi um den leicht melancholischen Kommissar Westerhuizen, hier befasst mit dem Fall eines erschossenen EU-Abgeordneten. Dass der Autor Spannung und Detailstimmigkeit kann, weiß Staude nach der Lektüre, auch wenn die Auflösung der Geschichte ihr ein bisschen konventionell erscheint. Das Problem ist nur: Hillenbrands Zukunftsvision mit Datenbrillen und Paparazzidrohnen, die einem permanent um die Ohren sausen, kurz, die staatliche Komplettüberwachung, die der Autor hier inszeniert - sie scheint Staude so beunruhigend stimmig.