Weshalb kommt es in afrikanischen Gesellschaften zu Umweltdegradierung und Ernährungsproblemen? Dieser Frage wird am Beispiel einer historisch angelegten Ethnographie über zwei afrikanische Bauerngruppen nachgegangen, deren Umweltanpassung vor, während und nach der Kolonialzeit dargestellt wird. Der Autor bietet einen Einblick in die traditionelle Landwirtschaft und in den monetären Wandel seit der postkolonialen Zeit. Er erklärt, weshalb diese Gruppen, die ein geringes Bevölkerungswachstum aufweisen, heute mit Problemen wie Bodenerosion, Ernährungskrisen und Abholzung konfrontiert sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2001
Tobias Hallers Dissertation über die beiden ethnischen Gruppen der Ouldeme und der Platha im Norden Kameruns hat den Rezensenten mit dem Kürzel "ach" sehr überzeugt. Hervorragend beschreibe der Autor das soziale und wirtschaftliche Profil ihrer Gesellschaften in der vorkolonialen Zeit, aber auch die großen kulturellen wie sozioökonomischen Auswirkungen des Kolonialismus. Dabei könne der Autor sehr gut darlegen, wie die heutigen, vor allem ökologischen Probleme auf die "Anpassung an die Monetarisierung einst traditionell, insbesondere sakral geregelter Lebensbereiche" zurückzuführen sind. Daneben lese man Hallers Ausführungen zur Religion der beiden Gruppen nicht nur mit informativem Gewinn, geradezu faszinierend seien sie. So animiert fühlt sich jedenfalls der Rezensent dadurch, dass er noch viel mehr über die animistische Naturreligion Nordkameruns erfahren möchte.
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