Simone Schlindwein

Der grüne Krieg

Wie in Afrika die Natur auf Kosten der Menschen geschützt wird - und was der Westen damit zu tun hat
Cover: Der grüne Krieg
Ch. Links Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783962891886
Gebunden, 256 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Weltweit werden immer mehr Naturräume unter Schutz gestellt. Das klingt nach einem wichtigen Beitrag zur Rettung des Planeten. Doch in diesen Gebieten leben Millionen Menschen. Im globalen Süden wird den Ärmsten ein Großteil ihres fruchtbaren Ackerlandes weggenommen. Geht Artenvielfalt auf Kosten von Menschenrechten?Simone Schlindwein hat mehr als ein Jahr im Kongo und in Uganda recherchiert, nicht selten unter Lebensgefahr. Sie berichtet davon, wie Nationalparks zu Festungen ausgebaut werden und hochgerüstete Wildhüter immer häufiger Gewalt gegen Indigene und örtliche Bauern anwenden. Als Geldgeber sind darin westliche Länder wie Deutschland verstrickt, deren Rüstungskonzerne zugleich von der Militarisierung des Naturschutzes profitieren. Dabei gäbe es zu westlichen Schutzkonzepten durchaus afrikanische Alternativen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2023

Rezensent David Klaubert lobt Simone Schlindweins Buch über die Konflikte um afrikanische Nationalparks für seine profunde Recherchebasis. Den Anspruch einer Bestandsaufnahme zum Thema erfüllt die Journalistin laut Klaubert mit ihrer Expertise und mit einem Rückblick auf die kolonialen Anfänge der Schutzgebiete. Wie die Parks immer mehr zu Hochsicherheitsgebieten und Ranger in Kriegswirren hineingezogen wurden, dokumentiert Schlindwein ebenso, so Klaubert anerkennend.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.04.2023

Ein wichtiges Thema bringt Simone Schlindwein mit ihrem Buch auf, findet Rezensentin Judith Raupp. Wenn taz-Korrespondentin Schlindwein aus dem Kongo berichtet, dass der von Deutschland und zahlreichen NGOs geförderte Naturschutz oft gegen die Interessen der Bevölkerung durchgesetzt wird und dass Parkranger zunehmend zu paramilitärischen Truppen hochgerüstet werden, dann merkt die Rezensentin interessiert auf. Gut, dass Schlindwein die Geldgeber in die Pflicht nehmen will, wenn im Namen des Naturschutzes Menschenrechte verletzt werden, meint die Rezensentin. Aber oft schieße die Autorin auch übers Ziel hinaus: Wenn etwa ein kongolesischer Staatsanwalt klagt, er könne keine gravierenden Verbrechen mehr verfolgen, weil ihm Ranger so viele kleine Holzdiebe anschleppten, kann Raupp nur müde lächeln. Und ein Wort mehr zum Agieren der lokalen Rohstoffmafia, die oft die Menschen gegen die Nationalparks aufwiegele, hätte die Rezensentin auch gern gelesen.

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