Volker Gottowik

Die Erfindung des Barong

Mythos, Ritual und Alterität auf Bali
Cover: Die Erfindung des Barong
Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783496027843
Kartoniert, 531 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Was bedeuten Barong-Figuren der Ethnologie? Warum wurden sie immer wieder neu und anders interpretiert? Volker Gottowik untersucht die wissenschaftstheoretischen Prämissen und zeitgeschichtlichen Ereignisse, die sich in diesen Interpretationen spiegeln. Und warum bestimmte Barong-Figuren ganz aus dem ethnographischen Diskurs ausgeklammert wurden.Zum Beispiel die schöne weiße Frau an der Seite eines schwarzen wilden Mannes (Barong Landung), die den Balinesen zufolge eine Chinesin repräsentiert. Doch wie gelangt diese fremde Frau in das Zentrum hindu-balinesischer Rituale? Und was geben sich die Balinesen zu verstehen, wenn sie sie auf der Straße tanzen und singen lassen? Welche symbolischen Aussagen über "das Fremde der eigenen Kultur" und damit über interethnische Beziehungen getroffen werden, zeigt dieses Buch beispielhaft auf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2006

Interessiert berichtet Steffen Gnam von seiner Lektüre dieser Studie, in der sich Volker Gottowik Balis Kultur mit dem sakralen Figurenpaar "Barong Landung" beschäftigt. Die Figuren, berichtet Gnam, haben die Gestalt eines "schwarzen wilden Mannes und einer schönen Frau mit weißem Teint". Etliche Mythen des ethnisch vielfältigen Balis kreisen um die beide, in zahllosen bunten Prozessionen werden sie verehrt. Aber der Witz sei, erklärt Gnam, je nachdem wie es den herrschenden Eliten genehm sei, werden sie als Modell oder als Warnung vor gemischten Ehen angesehen. Der Rezensent enthält sich eines explizites Urteils, er erhebt aber auch keine Einwände.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de