Die Ethnologie ist als empirische Disziplin keine hundert Jahre alt. Noch heute stehen für viele Kulturen ausschließlich oder ergänzend die Berichte von Nichtethnologen zur Verfügung - von Wissenschaftlern anderer Disziplinen über Missionare, Händler, Seeleute bis zu Journalisten und Schriftstellern. Dabei reichen die Zielsetzungen solcher Autoren von sorgfältiger Ethnografie bis hin zu künstlerischer Fantasie und schlichter Erfindung: der Physiker, der das erste Buch mit dem Titel "Ethnologie" schrieb, der Stenograf, der lange Aufenthalte in den Philippinen erfand, der Autor des "Papalagi" u. a. Hans Fischer stellt den quellenkritischen Umgang mit diesen außergewöhnlichen Beschreibungen vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2003
Die Ethnologie hat sich anders als andere Wissenschaften Außenseitern gegenüber nie verschlossen, behauptet Karl-Heinz Kohl und führt die Namen einiger bedeutender Ethnologen an, die über Umwegen zur Ethnologie gekommen sind. Darüber hinaus gebe es aber auch den Amateur-Ethnologen, dem die Anerkennung für seine Feldstudien versagt geblieben sei. Meistens zu Recht, findet er nach Lektüre von Hans Fischers Buch. Fischer berichte in "amüsanten Kurzporträts" von teilweise sehr abenteuerlichen Existenzen, die sich dem Traum der Südsee verschrieben hatten. Die wissenschaftlichen Erträge dieser Amateure waren eher spärlich, fasst Kohl zusammen, eine Ausnahme bildet wohl der Neuendettelsauer Missionar Karl Panzer, der ein Wörterverzeichnis der Wampar und eine Mythensammlung anlegte. Insofern fragt sich Kohl, ob sich unter wissenschaftlichem Gesichtspunkt die Recherche der im Buch abgehandelten Biografien überhaupt gelohnt habe. Der Autor begründe sein Vorhaben mit der immensen Popularität, die ein Teil dieser Amateurethnologen besessen hätte, referiert Kohl; auch die Ethnologie verdanke ja ihren Popularisierungsschub in den 70er und 80er Jahren den Veröffentlichungen einiger Außenseiter, merkt er dazu an, insofern sei Fischers Buch vielleicht eine Art Danksagung an diese Adresse.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…