Aus dem Englischen von Christian Wiese. "Muß man verrückt sein, um in Dachau ein normales Leben zu führen?" wie ein geheimes Leitmotiv bringt diese Frage die Spannung zur Sprache, der sich niemand entziehen kann, der in Dachau lebt - die Spannung zwischen der idyllischen Schönheit einer malerischen Kleinstadt und dem Grauen, das ihrem Namen anhaftet. Wie lebendig dieses Trauma der Geschichte ist, verkörpert die Gestalt im Zentrum von Rybacks Darstellung, der Überlebende Martin Zaidenstadt, der seit Jahren täglich in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau Wache vor dem Krematorium hält und die Besucher mit seiner Erinnerung an die Wirklichkeit des Lagers konfrontiert. 87 Jahre alt, besessen von den Dämonen der Vergangenheit, mit einer Biographie, die sich in den Akten nicht nachweisen läßt, ein Mensch von scharfem Intellekt und hintergründigem Humor, voller Widersprüche, bisweilen verwirrt, entzieht sich der "letzte Überlebende" bis zum Schluß einer einfachen psychologischen Deutung. Fasziniert von dessen Persönlichkeit und Geschichte, macht sich der Autor auf eine schwierige Spurensuche, die ihn bis in Zaidenstadts polnische Heimatstadt führt.
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