Aus dem Englischen von Ulrike Becker. "Als die Schulmedizin und ich uns schon gegenseitig aufgegeben hatten und ich mich zu lebenslangen chronischen Schmerzen verurteilt sah, wurde mir ein wundersamer Ausweg gezeigt: Stillsitzen lautete die Empfehlung, und atmen. Ich saß still. Ich atmete. Am Anfang war das ermüdend, ziemlich schmerzhaft und ohne unmittelbare Wirkung. Aber mit der Zeit wurde es so aufregend und bescherte mir so enorme körperliche und geistige Veränderungen, dass ich anfing, meine Krankheit als Glücksfall zu betrachten." - "Die Kunst stillzusitzen" ist Tim Parks persönlichstes Buch: eine Krankheitsgeschichte mit "happy end", klug und unglaublich unterhaltsam. Geplagt von undefinierbaren chronischen Schmerzen, konfrontiert er die Leser mit der buchstäblich nackten Wahrheit über das Ver hältnis von Geist und Körper. Nach einer langen und letztlich fruchtlosen Konsultationen von Schulmedizinern findet er die Lösung für seine Schmerzen in einem Schweige-Retreat, in einer Atemtechnik, der Vorbereitung zur Meditation.
Ausgesprochen fasziniert ist Mathias Greffrath Tim Parks auf dieser medizinischen Odyssee gefolgt, die ihn zu den Ursprüngen der Park'schen Pinkelprobleme führen sollte. Die konventionelle Medizin suchte die Ursachen hierfür im Penis, mittels "Zystokopie, Urogramm und transurethraler Resektion", aber weil dies natürlich viel zu kurzsichtig gedacht war, ohne Erfolg. Ein Ayurveda-Arzt Parks riet Parks, sich um das "Gerangel in seinem Kopf" zu kümmern, und dieser begann, mithilfe traditioneller Medizin, Yoga, Shiatsu und Vipassanta-Meditation, den "Kopfschmerz im Becken" zu behandeln. Solche Wege der Heilung wurden schon öfter beschrieben, räumt Greffrath ein, aber selten so selbstironisch und klug, versichert der Rezensent, so dass er aus diesem Buch auch die Erkenntnis mitnimmt, dass es außer Beckenverspannungen nichts bringt, sich den Hintern aufzureißen.
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