Mischa Mangel

Die Vergegenwärtigung

Roman
Cover: Die Vergegenwärtigung
Droschl Verlag, Graz 2025
ISBN 9783990591772
Gebunden, 272 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Am Beginn von "Die Vergegenwärtigung" steht das Ja-Wort. Durch die Erinnerung an seine Hochzeit beginnt der Erzähler eine erste Lebensbilanz zu ziehen und die Jahre Revue passieren zu lassen. Die Rückblicke zeigen das Schöne und das Ungeschönte, das Kommen und Gehen im Leben.Und so strahlen seine leuchtenden Augen die Leser*innen regelrecht an, wenn er von Glücksmomenten erzählt und zurückgeht zu Erlebnissen aus Kindheits-, Jugend- und jungen Erwachsenentagen rund um das Aufwachsen, Sport, Musik und Literatur.In seinen Erinnerungsbildern blendet der Erzähler aber nicht die Schattenseiten aus: Er denkt an die wichtigen Menschen, die bereits verstorben sind, an abgerissene Freundschaften, an jene, die aus seinem Leben verschwunden sind, den Tod und was mit den Körpern nach dem Leben geschieht - die titelgebende Vergegenwärtigung geht von der buddhistischen Praxis aus, sich die Vergänglichkeit von allem wieder und wieder vor Augen zu führen, um so bewusster zu leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2025

Es ist mutig, heutzutage einen "Memento-mori-Roman" vorzulegen - noch dazu einen, der formal experimentell, lyrisch verdichtet und meditativ erzählt ist, freut sich Rezensent Oliver Jungen. Im Zentrum steht ein Erzähler, der das Leben als kontinuierlichen Verfall begreift: "Mit jedem Atemzug ist man auf jeden Fall einen Atemzug näher am Tod." Seine Hochzeit bildet einen leuchtenden Gegenpol, ein "Moment reinen Glücks", lesen wir. Daneben schildert das Buch die Hinwendung zum Buddhismus - etwa in Retreats im Kloster Metta Vihara - und fragt, ob radikale Gegenwärtigkeit das Leben womöglich auch verfehlen könnte. Einige Passagen wirken zu belehrend, wie der detaillierte Zerfall eines Leichnams, moniert der Kritiker. Doch insgesamt, resümiert Jungen, changiert der Roman zwischen Trauer, Glück, Erinnerung und Auflösung: Ein Buch, das als "Requiem" beginnt und als zaghaften Lebensfeier" endet, meint er.