Luchterhand Literaturverlag, München 2026
ISBN
9783630878300 Gebunden, 256 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Dänischen von Ursel Allenstein. Eine Geschichte, in der sich jede Frau wiedererkennt: über männliche Übergriffigkeit und weibliche Solidarität. Und über die Kraft der Freundschaft. Die preisgekrönte dänische Schriftstellerin Naja Marie Aidt erzählt von einer Frau in einer Lebenskrise. Und von vier Freundinnen, die ein Ziel vereint: ihr zu helfen, wieder Licht in das Dunkel zu bringen. Das Leben könnte so unbeschwert und hell sein. Sie lebt in einer gemütlichen Wohnung, hat drei erwachsene Söhne und wunderbare Enkelkinder. Eines Abends jedoch wird sie aus der Bahn geworfen. Als sie vom Kino nach Hause radelt, beobachtet sie, wie ein Mann eine junge Frau angreift. Sie will dazwischengehen, wird dabei aber selbst verletzt. Wie mit der Angst weiterleben? Ein Therapeut hilft ihr, aus dem Dunkel zu treten. Doch zugleich werden Erinnerungen wach - an den gewalttätigen Vater, den frühen Tod der Schwester, einen sexuellen Übergriff. Wie bleibt man im Kern intakt, egal was einem widerfährt? Es ist ein schier endloses Ringen mit den Gespenstern der Vergangenheit. Wären da nicht die Frauen, die Freundinnen, die sie stützen. Sie sitzen mit ihr am Küchentisch, gehen mit ihr schwimmen und geben ihr letztlich das, wonach sie sucht: Halt, Fürsorge, Verständnis. "Nicola mit den krausen Haaren und kräftigen Händen. Und Annie und Lea und Rose. Meine Freundinnen. Wir sitzen gern in einer unserer Küchen zusammen und trinken Kaffee. Ohne diese Freundinnen, diese Frauen, die alle ihr Päckchen zu tragen haben, hätte ich mein Leben nie bewältigt. So sehe ich das. Sie sind meine Gefolgschaft und umgekehrt."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.05.2026
"Was ist dir widerfahren?" ist für Rezensentin Julia Rothhaas die Leitfrage im neuen Roman von Naja Marie Aidt, einer dänischen Dichterin, die in Grönland aufgewachsen ist und heute zu den wichtigsten Schriftstellerinnen im skandinavischen Raum zählt. Die Frage wird von ihrer Protagonistin nur schrittweise beantwortet, sie leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung, Aidt stellt die Gegenfrage, wie mit so einer Hypothek umzugehen ist, erfahren wir. Die Protagonistin hat Gewalt in der Familie erfahren, konnte ihre Schwester nicht vor einer Überdosis retten und wird nun durch einen Übergriff, den sie beobachtet, getriggert - davon schreibt Aidt laut Rothhaas höchst poetisch, sehr aktuell und trotz aller Härte mit einem Blick dafür, dass sie das Leben trotz allem liebt.
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