Verheerende Hurrikans, Frühlingswetter im November, schmelzende Gletscher, verdorrende Felder: Was wir als "Klimawandel" oder "Treibhauseffekt" kennen, nimmt immer schärfere, immer bedrohlichere Züge an - zum Teil direkt vor unserer Haustür. Der Naturforscher und Klimahistoriker Tim Flannery zeigt uns, wie fatal die Lage wirklich ist, in welche die Menschheit sich gebracht hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2006
Begeisterung mag man es nicht nennen, was Rezensent Alex Rühle für dieses Buch des australischen Zoologen Tim Flannery empfindet, dafür ist er von den bitteren Wahrheiten darin viel zu schockiert. Aber noch nie hat er die katastrophalen Folgen des Klimawandels so unterhaltsam, eindringlich und überzeugend dargestellt gefunden. Zu den Fakten: Klimageschichtlich herrscht erst seit rund 8.000 Jahren ein milder Sommer, davor schwang die Wetterkurve wild aus. Zu den Vorteilen dieses Sommers gehört für den Menschen unter anderem, dass er nicht mehr gezwungen war, nomadisierend umher zu ziehen, sondern sich niederlassen konnte, Ackerbau, Viehzucht und weitere Kulturleistungen zu betreiben. Doch dank der brutalen CO2-Emissionen geht dieser Sommer zu Ende. Bereits seit 1950 wandern die Tiere, schreibt Rühle, und zwar pro Jahrzehnt um sechs Kilometer in Richtung der Pole und um sechs Meter die Berge hoch. Bei allem Schrecken, den Flannery mit seinen düsteren und wahrscheinlich zutreffenden Prognosen verbreitet, ist Rühle aber auch berückt: Flannery "kann die Schönheit einer eichenbestandenen Hochebene auf Papua so eindringlich beschreiben wie die mathematische Klarheit einer Keeling-Kurve, die den kranken Atempuls der Erde zeigt".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 16.03.2006
"Historisch umfassend und zudem gut lesbar", so lauten die Prädikate, die Hans-Jochen Uhlmann Tim Flannerys Darstellung des Klimawandels verleiht. Neuartig an Flannerys Unternehmung sei, dass hier erstmals ein Wissenschaftler einen Überblick über das Klimaproblem vorlegt, der für das breite Publikum und nicht nur für Kollegen gedacht ist. Gut gefällt dem Rezensenten zudem die Sicherheit des Autors in den zugrunde liegenden physikalischen Mechanismen, und auch die "tiefe Verbundenheit" Flannerys mit der Umwelt scheint Uhlmann eher zu beeindrucken als zu stören.
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