Tilman Rammstedt

Erledigungen vor der Feier

Roman
Cover: Erledigungen vor der Feier
DuMont Verlag, Köln 2003
ISBN 9783832178345
Gebunden, 120 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Es könnte so leicht sein zu zweit, wenn man sich nicht ständig selbst im Wege stünde. Tilman Rammstedts Helden wissen viel zu gut, was sie tun. So wartet hinter jedem geglückten Augenblick schon das betretene Schweigen danach.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.08.2003

Eine tolle Geschichte und der Rest - naja, meint Oliver Fuchs. Die tolle Geschichte handelt von L., einer "ziemlich bezaubernden Frau", und ihrer Beziehung zum Erzähler. Das heißt, eigentlich haben sie ja keine "Beziehung", auch wenn sie alles tun, was dazugehört. Dabei, hat Fuchs beobachtet, wird geraucht, wie überhaupt ständig in der "jungen deutschen Gegenwartsliteratur", die er an anderer Stelle "Wohlfühlliteratur" nennt und zu der er auch den Rest von Rammstedts Buch zählt. Manchmal musste er an Poptexte ("sloganhafter Witz") denken, manchmal an Rohmer-Filme (furchtbar kompliziert, wenn auch eigentlich ganz einfach), aber überzeugt hat ihn das alles nicht. Die Figuren, schreibt er, sind "entscheidungsschwach" und "führen ein Leben im Konjunktiv". Nur in der Geschichte der L. passiert mal was, und gleich springt dabei der "Satz der Sätze in diesem Buch" heraus: "Die Nacht, in der wir aufhörten, nicht miteinander zu schlafen."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2003

Von diesem Prosadebüt, in dem in kurzen Abschnitten von den Schwierigkeiten in Liebesbeziehungen erzählt wird, ist Jörg Magenau sehr angetan. Er lobt den Tilmann Rammstedt dafür, eine ganze "Semiologie der Liebe" zu entfalten und die typischen "Missverständnisse " zwischen Liebenden mit seinen Texten unter die Lupe zu nehmen. Der Rezensent sieht Rammstedts Prosa der "Kürze" verpflichtet und erkennt eine stilistisch Verwandtschaft zu Autoren wie Peter Bichsel oder Reinhard Lettau. Zwar, so der Rezensent kritisch, könne es der Autor noch nicht ganz mit diesen "Verknappungskünstlern" aufnehmen, und so mancher seiner Texte sei noch zu "lang und zu selbstverliebt". Trotzdem preist er ihn als einen Autor, der das "Gewöhnliche in Literatur" verwandelt, und deshalb freut sich Magenau schon jetzt auf mehr von dieser "rhythmischen, musikalischen Prosa".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.03.2003

Die moderne Existenz ist ein "Leben im Sowohl-als-auch" stellt Rezensent Ansgar Warner fest und findet in Tilmann Rammstedt einen überzeugenden Chronisten dieser Lebenswelten. Seine 21 Kurzgeschichten um den Ich-Erzähler und seine Freundin L., ein Paar, das keines sein will und sich an der Unverbindlichkeit festklammert, als wäre sie der letzte Rettungsanker, treffen laut Rezensent sehr präzise den Ton einer Generation, die zwischen unendlich vielen Möglichkeiten wählen kann und doch nie zur Ruhe kommt. Auch in Rammstedts Stil findet Warner eine neue Ernsthaftigkeit. Da der Autor aus dem Umfeld der Slam-Poetry stammt und alle seine Texte schon der Kritik eines Publikums ausgesetzt waren, verfällt Rammstedt nicht popliterarischen Plattitüden, lobt der Rezensent und empfiehlt "Erledigungen vor der Feier", auch wenn es manchmal schmerzhaft an schon vergessen geglaubte Probleme erinnere.
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