Lange Zeit erschallte der Ruf nach mehr Bürgerbeteiligung vor allem aus alternativen Milieus. Mittlerweile versprechen sich davon maßgebliche Kreise aus Politik und Wirtschaft, der schwindenden Zustimmung zu neoliberalen "Reform"- Projekten und Bauvorhaben wie "Stuttgart 21" entgegenzuwirken. Doch hinter der Beteiligungsfassade scheinen anti-demokratische Tendenzen einer Mitmach-Republik auf: Die realen Einflussmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger sowie von Parteien und Gewerkschaften werden effektiv beschnitten - ganz im Sinne der von Merkel proklamierten "marktkonformen Demokratie". Zum ersten Mal werden die wichtigsten Bereiche der Mitmachfalle in Buchform gebündelt: Simulierte Partizipationskunst, Digitale Bohème, Bürgerplattformen, Community Organizing, Bürgerhaushalte, "strategische" Dialoge, Mediationsverfahren sowie die Rolle von Konzernstiftungen, Parteien und ideologischen Vordenkern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.05.2014
Eine erhellende Auseinandersetzung mit diversen Partizipationsformen erblickt Frederik Bombosch in Thomas Wagners Buch "Die Mitmachfalle". Der Redakteur der "Jungen Welt" vertritt für den Rezensenten eine klare Position: die Formen der Einbindung von Bürgern in Entscheidungsprozesse erscheinen demnach als Instrumente der Konfliktvermeidung, die von ökonomischer Seite eingesetzt werden, um Groß- und Infrastrukturprojekte durchzusetzen. Die Analysen des Autors findet Bombosch daher auch nicht wirklich überraschend. Beeindruckt zeigt er sich allerdings von den umfassenden und akribischen Recherchen Wagners.
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