Wie kann ein zukunftsfähiger Verfassungsschutz aussehen? Welche zum Teil längerfristigen Fehlentwicklungen müssen behoben werden? Kritik an den Verfassungsschutzbehörden gehört mindestens seit der Entdeckung des NSU-Rechtsterrorismus zum guten Ton öffentlicher Empörung. Weniger bekannt ist aber, wie diese Institutionen aufgebaut sind, wie sie in der Realität funktionieren und was sie tatsächlich leisten können. Die Autoren schließen diese Wissenslücke, formulieren Verbesserungsbedarf und entwickeln Perspektiven zwischen den nicht selten zu hörenden Forderungen "Abschaffen" und "Weiter so".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2016
Rainer Blasius attestiert Thomas Grumke und Rudolf van Hüllen einschlägige Erfahrungen mit den Verfassungsschützern aufgrund ihrer früheren Arbeit im Düsseldorfer Innenministerium beziehungsweise im Kölner Bundesamt. Gelingt es den Autoren, das Misstrauen gegen die "Schnüffler" abzubauen? Ihr Blick auf die historischen, rechtlichen und organisatorischen Grundlagen und Veränderungen des Verfassungsschutzes scheint Blasius jedenfalls die Arbeit des Inlandsnachrichtendienstes bei der Abwehr von Gefahren gegen die demokratische Ordnung sowie die Kontrollmechanismen im föderalen System zu preisen und die lähmenden Effekte von Überbürokratisierung und Misstrauenskultur anzuprangern. Die "Bestandsaufnahme" wird dennoch weder den Verfassungsschützern noch ihren Gegnern gefallen, meint der Rezensent etwas mysteriös.
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