Hat unser Sicherheitsapparat die lückenlose Aufklärung der NSU-Mordserie verhindert? Trägt auch der Verfassungsschutz Verantwortung für die Verbrechen der Neonazis? Und haben Polizeibehörden jahrelang in eine falsche Richtung ermittelt, weil ihr Denken zum Teil rassistisch durchsetzt ist? Diese und andere Fragen thematisiert Mehmet Daimagüler, Opferanwalt der Nebenklage, in seinem Plädoyer zum NSU-Prozess. Sein Fazit: Unser Staat hat versagt. Mit seinem Buch appelliert Daimagüler an uns alle, unsere Demokratie nicht für selbstverständlich zu nehmen, sondern sie gegen Hass und Extremismus zu verteidigen.
Konrad Litschko hört gespannt zu, wenn der Nebenklageanwalt Mehmet Daimagüler in Sachen NSU von Staatsversagen spricht. Das Plädoyer des Autors für die juristische Belangung der Polizei, die laut Daimagüler im Fall der NSU-Morde rassistisch gehandelt habe, scheint ihm gerechtfertigt. Ebenso Daimagülers Rede von einem System, keiner Panne. Schwergewichtig sind diese Anklagen für Litschko schon aufgrund der umfangreichen Akten-Kenntnisse des Autors im Fall NSU. Daimagülers Aufruf zu einer breiteren Rassismus-Debatte findet er nachvollziehbar.
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