Sylvie Schenk

Schnell, dein Leben

Roman
Cover: Schnell, dein Leben
Carl Hanser Verlag, München 2016
ISBN 9783446253315
Gebunden, 160 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Auf den ersten Blick ist es die einfache Geschichte einer Frau aus den französischen Alpen, die sich während des Studiums in einen Deutschen verliebt. Sie heiratet, zieht in ein deutsches Dorf, die Kinder werden groß, die Eltern sterben. Doch es ist kein einfaches Leben in der neuen Heimat, Louises Mann ist dort ganz anders, als sie ihn kennengelernt hat. Zugleich erfährt Louise immer mehr Details aus der Vergangenheit des autoritären Schwiegervaters, der im Krieg in Frankreich war. "Schnell, dein Leben" ist eine Befreiungsgeschichte, ein neuer Blick auf die Nachkriegszeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2016

Rezensentin Daniela Strigl erkennt, dass Sylvie Schenk hier nur das Gerippe eines Familienromans liefert. Wie die Autorin das macht, ohne Routine, haarscharf hinschauend, lapidar, unerbittlich und genau bei den Atmosphären, Mentalitäten und Manieren, lässt Strigl aber rein gar nichts vermissen. Von der bleiernen Zeit vor 1968 in einer gespannten Familienkonstellation erzählt ihr Schenk in der zweiten Person und im Präsenz, was Strigl von einem "intimen Selbstgespräch" sprechen lässt, in dem sich ein Raum der Gegenwart offenbart, von dem aus die Figur vor und zurück schauen kann. Was zunächst wie eine weitere Geschichte um "deutsch-französische Grabenkämpfe" und verborgene Familiengeheimnisse aussieht, entpuppt sich laut Strigl als überaus gekonnte Verfremdung einer solchen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.08.2016

Christoph Schröder liest die Biografie der Erzählerin in Sylvie Schenks Buch mit Begeisterung. Wie Gegenwart und Vergangenheit immer wieder miteinander kollidieren, erzählt Schenk "im Schnelldurchgang", authentisch, mit Sinn für Details und die ambivalente Atmosphäre der Nachkriegszeit, als die Heldin in Lyon ihr Studium aufnimmt. Als dichtes Bild einer Epoche erkennt Schröder den Text. Die Sprache der Autorin findet er allerdings "truschig", kitschig und voller Floskeln. Ein Rätsel, wieso Schröder der Story dennoch erliegt.
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