Sylvie Neeman Romascano

Nichts ist geschehen

Roman
Cover: Nichts ist geschehen
Rotpunktverlag, Zürich 2010
ISBN 9783858694126
Gebunden, 150 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. Irgendwo in der Schweiz erhält eine Frau einen Anruf aus Süditalien - ihr Vater liegt im Sterben. Hals über Kopf nimmt Dora den Zug, und eine Reise mit "besonderen Vorkommnissen" beginnt. In Mailand verpasst sie ihren Anschluss, wo es doch möglicherweise um unwiederbringliche Minuten geht. Und der nächste Zug wird wegen eines Unglücks stundenlang auf freiem Feld stehen bleiben. Im Speisewagen dann hat Dora, eigentlich in Richtung Trauer unterwegs, eine - vielleicht schicksalhafte - Begegnung. Sie trifft auf Francesco, steigt mit ihm auf halber Strecke aus, und sie verbringen zusammen die Nacht. Fügung oder Absicht, ihr Elternhaus erreicht Dora, als schon alles zu spät ist;ihr Vater ist längst begraben und die Familie schon wieder in alle Himmelsrichtungen verstreut.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2010

Diese Autorin merkt sich Martin Zingg. Derart leicht und doch präzis erzählt ihm Sylvie Neeman Romascano von einer heftigen, lautlosen Krise einer jungen Frau, der es nicht gelingt, ein klares Selbstbild zu bekommen. Außergewöhnlich erscheint dem Rezensenten Neeman Romascanos Fähigkeit, Wahrnehmung und Reflexion ihrer Figur einander beständig ablösen zu lassen. Laut Zingg befördert das die Spannung und dient der Charakterisierung der Heldin. Dafür dass ihn auch der Stil in diesem Roman überzeugt, sorgt auch Claudia Steinitz' Übersetzung, die noch die kleinste Schattierung elegant wiedergibt, wie es hier heißt.