Aus dem Niederländischen von Sylke Hachmeister. "Der Sommer mit Mattis" erzählt von der ersten Liebe, von Natur und romantischen Dörfern und vom Erwachsenwerden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2001
Es ist Ferienzeit, auch Jugendliche brauchen Lektüre, weshalb Christina Thurner ihnen zwei Romane empfiehlt. 1) Sylvia Vanden Heede: "Der Sommer mit Mattis" Mädchen verbringt zwangsweise Ferien auf dem Lande statt am Meer - für Christina Thurner zwar ein klassischer Beginn für ein typisches Sommerferienbuch, das dann aber die Erwartungen übertrifft und durch eine intelligent konstruierte Handlung und psychologisch sensible Erzählhaltung überzeugt. Denn Sandrien, teilt Thurner mit, hat eine traurige Familiengeschichte, mit der sie jedoch leben lernt. Wie in einem Kriminalroman deute die flämische Autorin vieles von den tragischen Umständen nur an, selbst am Ende sei man sich nicht sicher, ob das alles so stimmt, fasst die Rezensentin ihre Eindrücke zusammen, aber darauf komme es eben auch gar nicht an, da es genau das für die Protagonistin zu akzeptieren gelte. 2) Josef Holub: "Die Schmuggler von Rotzkalitz" Junge verbringt Ferien beim Onkel auf dem Lande und hilft ihm, Schmuggler zu fangen - dies ist wiederum ein klassisches Ferienbuch, das auch erwartungsgemäß weitergeht, meint Thurner. Nun spricht das ihrer Meinung nach keineswegs gegen den Roman, der genüsslich mit dem Genre spiele. Eine Kinderdetektivgeschichte voller Geheimnisse und ihrer Aufdeckung, wie sich das gehört. Begeistert ist Thurner vor allem vom Sprachwitz des Autors, der äußerst schlagfertig und scharfzüngig insbesondere die Erwachsenenwelt aufspieße und diese gelegentlich wie Gestalten aus einem Tati- oder Funès-Film aussehen lasse. Fast wehmütig hat Thurner das Buch am Ende zur Seite gelegt.
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