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Roxane Gay

Hunger

Die Geschichte meines Körpers
Cover: Hunger
btb, München 2019
ISBN 9783442758142
Gebunden, 320 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Anne Spielmann. Sie schreibt die Geschichte ihres Hungers. Sie schreibt die Geschichte ihres Körpers. Es ist keine Geschichte des Triumphs. Es ist die eines Lebens, das in zwei Hälften geteilt ist. Es gibt das Vorher und das Nachher. Bevor sie zunahm und danach. Bevor sie vergewaltigt wurde und danach. Roxane Gay erzählt eine Geschichte, die so noch nie geschrieben wurde: schonungslos offen, verstörend ehrlich und entwaffnend zart spricht sie über ihren "wilden und undisziplinierten" Körper, über Schmerz und Angst, über zwanghaftes Verlangen, zerstörende Verleugnung und Scham - "Ich war zerbrochen, und um den Schmerz dieser Zerbrochenheit zu betäuben, aß ich und aß und aß."

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 22.06.2019

Rezensentin Hannah Lühman nimmt kein Blatt vor den Mund: In Roxane Gays radikal autobiografischem Buch geht es um die Fettleibigkeit der Autorin. Allerdings geht es laut Lühmann auch um die Vergewaltigung der Autorin im Alter von 12 Jahren und um die Aporien zeitgenössischer Identitätsdiskurse zwischen Dickseinmüssen und Abnehmenwollen oder umgekehrt. Dem Buch tut das nicht gut, denn die Gleichzeitigkeit beider Ansätze nimmt ihm seine Radikalität, erklärt die Rezensentin. Am besten gefällt ihr der Text daher im ersten Viertel, da sie als Leserin noch nichts über die gesellschaftlichen Zusammenhänge weiß und sich am Mut und der literarischen Intensität der Kindheitsschilderungen freuen kann. Im Weiteren gelingt es Gay leider nicht, tief genug in ihr Trauma einzutauchen, meint die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2019

Melanie Mühl findet es wichtig, dass Roxane Gay die Verletztheit, die Verletzlichkeit, die Scham und den Selbsthass eines Vergewaltigungsopfers beschreibt. Mehr als jede Studie zum Thema vergegenwärtigt das autobiografische Buch Mühl die Verbindung von Missbrauch und Fettleibigkeit. Gays kulturkritische Perspektive tritt laut Mühl hinter einer Darstellung zurück, die drastisch, explizit und detailreich eine traumatische Geschichte erzählt, ohne Happy End, wie die Rezensentin extra anmerkt.
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