In sechs Erzählungen schreibt Susanne Schedel von den oft kaum merklichen Umbrüchen im Alltag der Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.04.2000
Dass die aus Ulm stammende Autorin in diesem Jahr 27 Jahre alt wird und zum Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis geladen, ist der Rezensentin Agnes Hüfner gleich den ersten Satz wert. Ein junges Talent also. Aber um einen nicht kopfscheu zu machen, betont die Rezensentin alles, was die junge Schriftstellerin an Leben schon so erlebt hat: zwei verschiedene Gymnasien besucht, in Italien, Antwerpen und Bamberg studiert, in einer Düsseldorfer Werbeagentur volontiert... Und wen das noch nicht beeindruckt lockt Hüfner mit den "vielen schönen Bildern", die sie in diesem Erzählungsband gefunden hat: wenn die Haare der Großmutter beispielsweise aussehen wie `flusig meliertes Gefieder eines halbwüchsigen Vogels`, oder wenn von `möwenlosen Gedanken` einer Rivalin die Rede ist, die einem von Helgoland stammenden Mädchen vorgezogen wird. Zwar verläuft sich die junge Schriftstellerin manchmal noch in allzu "kunstvollen Ambitionen", meint Agnes Hüfner, aber man spürt, dass sie prinzipiell ihre Stimme schon jetzt hat.
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