Susanna Partsch

Haus der Kunst

(Ab 12 Jahre)
Cover: Haus der Kunst
dtv, München 1999
ISBN 9783423620147
kartoniert, 367 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Der Plan zeigt den Grundriss des Gebäudes ? ein virtueller Gang durchs Museum: 16 aufeinanderfolgende Säle mit über 200 Kunstwerken aus Epochen der europäischen Kunstgeschichte. Künstlerbiografien, erläuternde Skizzen und Karten sowie Bildlegenden zu den Kunstwerken können besichtigt werden. Die Folge bestimmt der Leser selbst. Viele Rätsel der Kunst werden gelöst: Wie wurden die riesigen Marmorblöcke für die Tempel transportiert? Wie wurde in der Renaissance auf gewölbte Flächen die richtige Perspektive übertragen? Jedes Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ideen und Entwicklungen einer Epoche.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2000

Gleich vier verschiedene Sach- und Wissensgeschichten für Kinder und Jugendliche bespricht Ursula Sinnreich und kommt zu der Feststellung, dass die meisten dieser oft enzyklopädisch angelegten Bücher auf eine eher konventionelle Art der Wissensvermittlung zurückgreifen und selten die Leselust und Experimentierfreude von Jugendlichen wirklich anregen. Das müsse daran liegen, so die Rezensentin, dass auch die Erwachsenen, die ja diese Bücher für ihre Kinder kaufen, im Stillen eine Sehnsucht nach Überblick hegen.
1) Georges Duby: "Die Ritter" (Hanser Verlag)
Als sehr ambitioniert, anschaulich geschrieben und souverän gehandhabt schildert Sinnreich dieses Buch für Kinder (ab 11 Jahren) des bekannten französischen Mittelalter-Forschers Duby, der anhand der Lebensgeschichte eines zehnjährigen Knaben die Ritterzeit zu vermitteln sucht. Duby verschweige nicht, daß man nicht alles über diese Zeit in Erfahrung bringen könne,.lege aber alle möglichen Dokumente und Quellen vor, um en passant deutlich zu machen, wie der Historiker Geschichte überhaupt rekonstruiert. Ein bißchen schimmert bei Sinnreich der Verdacht durch, daß Anliegen Dubys sei vielleicht doch etwas zu ambitioniert oder großangelegt, schließlich wurden dem Buch noch eine Chronik der Ereignisse in Wissenschaft, Kunst, Religion, Gesellschaft sowie ein Register beigegeben.
2) Susanna Partsch: "Haus der Kunst" (dtv)
Auch wenn Sinnreich die "profunde Sachkenntnis" der Autorin lobt, kommt dieses Buch bei ihr nicht gut weg. Es steht für sie für den Typus Sachliteratur für Jugendliche, der mehr Wert auf die Vermittlung traditioneller Wissensraster legt als auf die Förderung eigenständiger Entdeckungen. Ausgehend von Malraux` Idee eines Rundgangs durch ein imaginäres Museum unternehme die Autorin einen Marsch durch sämtliche Stil- und Kulturepochen, in dem exemplarisch bedeutende Kunstwerke abgegangen und deren Stilmerkmale abgefragt würden. Einen das Kunstverständnis wirklich fördernden Umgang mit der Kunst kann Sinnreich in diesem Buch nicht entdecken.
3) "Die visuelle Geschichte der Kunst" (Gerstenberg-Verlag)
Wo die Rezensentin in anderen Büchern wenigstens solide Wissensvermittlung gewährleistet sieht, so findet das zwei Kilogramm schwere Nachschlagewerk aus dem Gerstenberg-Verlag bei Sinnreich überhaupt keine Gnade mehr. Sie moniert eine detailverliebte und optisch überreizte Aufmachung des Kunstbuches, das nicht mehr als ein konventionelles Nachschlagewerk zur Kunst und darum für Kinder und Jugendliche ungeeignet sei. Ein klarer Fall für die überblicksuchenden Eltern.
4) "Abenteuer Kunst und Technik" (ars edition)
Schon seit längerem gibt die ars edition dreidimensionale Bücherpakete für Kinder heraus, unter denen Ursula Sinnreich das "Abenteuer Kunst und Technik" zu den gelungensten zählt. Die sich dreidimensional entfaltenden Objekte, die sich außerdem durch manuellen Antrieb aktivieren lassen, regen ihrer Meinung nach weit mehr als jede Lektüre die Phantasie an. So lassen sich Fragen an ein Thema überhaupt entwickeln, meint Sinnreich, und Wechselwirkungen viel eher nachvollziehen. Die Begleithefte kommentierten das Erlebte auf unaufdringliche Weise, insgesamt also ein Bücherpaket, das laut Sinnreich anschaulich, plastisch und experimentierfreudig zugleich ist.
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