Susan Choi

Reue

Roman
Cover: Reue
Aufbau Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783351032395
Gebunden, 480 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Annette Hahn. Wie lange kann ein Mann vor seiner Vergangenheit davonlaufen? Professor Lee ist ein unauffälliger Mensch. Als jedoch sein Kollege, der umtriebige Rick Hendley, Opfer eines Bombenattentats wird, verliert er jeglichen Halt. Aus den Tiefen seiner Vergangenheit erhält er einen beunruhigenden Brief. Von einem Tag auf den anderen findet sich Lee in einem Netz aus Rache und Anschuldigungen gefangen. So begibt er sich auf eine gefahrvolle Reise. Nur wenn er sich von einer alten Schuld reinwäscht, kann er seine Haut retten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2008

Beeindruckt zeigt sich Oliver Pfohlmann von Susan Chois "Reue", dem dritten Roman der in den USA bereits vielgerühmten Autorin, dem ersten, der auf Deutsch vorliegt. Trotz hoher Spannung und einem actiongeladenen Schluss sieht er in dem Werk weniger einen Thriller, sondern eher eine subtile psychologische Studie über einen Menschen, den in die Jahre gekommenen Mathematikprofessor Lee, der zu Unrecht eines Verbrechens verdächtigt wird, aber in anderer Hinsicht schuldig ist. Das tödliche Attentat auf dessen Kollegen Hendley, einem jungen, beliebten Mathematiker, für den Lee Neid und Verachtung empfindet, führt bei Lee zu einer Konfrontation mit seiner Vergangenheit und seiner gescheiterten Ehe, aber auch zum Zusammbruch seines Lebens, weil er in den Tagen nach dem Attentat den Erwartungen der Öffentlichkeit nicht gerecht und schließlich von Kollegen, den Medien und dem FBI verdächtigt wird, hinter dem Anschlag zu stehen. Pfohlmann lobt die ebenso "feinfühlige" wie "kraftvolle" Sprache, in der Choi die Tragödie ihres Protagonisten erzählt, die "eindringlichen" Bilder und die "mäandernden" Satzkonstruktionen, die den Leser mit den Erinnerungen, der Eifersucht, der Reue- und Schamgefühle Lees nahebringen. Wie er abschließend anmerkt, spielt "Reue" in den neunziger Jahren. "Aber", so Pfohlmann, "mit seiner scharf beobachteten Xenophobie der amerikanischen Gesellschaft in Zeiten des Terrorismus, die hinter der liberalen Fassade haust, handelt es sich doch um einen Post-9/11-Roman."

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