Stephan Porombka

Hypertext

Zur Kritik des digitalen Mythos. Diss.
Cover: Hypertext
Wilhelm Fink Verlag, München 2001
ISBN 9783770535736
Taschenbuch, 383 Seiten, 44,99 EUR

Klappentext

Vannevar Bush, Douglas C. Engelbart und Ted Nelson - keine Arbeit über den Hypertext kommt ohne den Verweis auf einen der drei Heroen' aus, die mit ihren Ideen, Entwürfen und Apparaten den kulturellen Stellenwert dieses Mediums entscheidend geprägt haben. Da die Computer und die Netztext für Bush, Engelbart und Nelson Maschinen waren, mit denen sich Träume erfüllen sollten, liegt es nahe, nach den Triebkräften zu forschen, von denen sie motiviert worden sind. Denn diese Träume von der Beherrschung der Komplexität, der Steigerung der Interaktivität und der Eroberung eines neuen Raums sind von den Hypertexttechnologien und -ideologien bis zum Ende des 20. Jahrhunderts weiter geträumt worden. In einer kleinen Literaturgeschichte des Hypertextes wird das Scheitern dieser Träume nachgewiesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.08.2002

Wenn man dem Rezensenten Throsten Lorenz folgen darf, dann war Stephan Porombkas Buch so überfällig wie ein Virus-Update. Prombka setzt sich darin mit den Gründungsmythen des modernen Medienhypes auseinander, nach denen der Computer den Funktionsweisen und der Datenverarbeitung des menschlichen Gehirns ähnele und daher besser als ein linear strukturiertes Buch geeignet sei, komplizierte, sich fortwährend verändernde Informationen darzustellen. Laut Lorenz nun zeige Prombka, dass all diese Konzepte des Hypertexts weder empirisch noch sonst irgendwie begründet sind. Um dies nachzuweisen, betreibe Porombka kein Hard- oder Software-Studium, sondern Literaturwissenschaft. Wie Lorenz sehr schön schreibt: "Porombka liest die linearen Begleiterscheinungen nicht-linearer Texte". Einen Haken gibt es an dem Buch für den Rezensenten aber auch. Und der liege darin, dass Porombka die Motive und Gedanken der Computerpioniere wie Douglas C. Engelbart oder Ted Nelson allein psychologisiere, sogar versuche, ihnen mit Analogien zur Schizophrenie beizukommen. Weit, meint Lorenz, könne dies nicht führen, aber immerhin ab und zu weg vom PC und zurück aufs Sofa zum guten Buch.

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