Stephan Lessenich

Neben uns die Sintflut

Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis
Cover: Neben uns die Sintflut
Hanser Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783446252950
Gebunden, 224 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Uns im Westen geht es gut, weil es den meisten Menschen anderswo schlecht geht. Wir lagern systematisch Armut und Ungerechtigkeit aus, im kleinen wie im großen Maßstab. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Die Wahrheit ist: Wenn einer gewinnt, verlieren andere. Jeder von uns ist ein verantwortlicher Akteur in diesem Nullsummenspiel, dessen Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Wutentbrannt pfeffert Rezensent Cornelius Pollmer dieses Buch in die Ecke: Darin müht sich Soziologe Lessenich ab, begreiflich zu machen, was für den Kritiker ohnehin schon evident ist - dass der materielle Überfluss des globalen Nordens sehr viel mit dem materiellen Mangel im globalen Süden zu tun hat. Dies aber habe, so Pollmer, grundsätzlich schon begriffen, wer überhaupt zu diesem Buch greift. Glasklarer Fall für den Kritiker: Wissenschaftsverkarstung, "redundante Redundanzen" allerorten schimpft er. Dennoch findet er auch Stärken: Sobald der Text Tacheles spricht, mache sich das präzise Instrumentarium das Soziologen mehr als positiv bemerkbar. Trotzdem stellt sich Pollmer die Frage nach dem Sinn dieses Bandes: Wer sich des Nord-Süd-Gefälles noch nicht hinreichend bewusst ist, wird auch von diesem über weite Strecken behäbigen Buch nicht wachgerüttelt, isr er überzeugt, wohingegen es die bereits Bekehrten mit der bloßen Bestätigung ihrer Erkenntnis alleine lasse.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.10.2016

Rezensent Matthias Greffrath resümiert lieber Stephan Lessenichs neue Studie über die Externalisierungsgesellschaft und ihre Folgen, statt sie zu besprechen. Der Kritiker scheint sie allerdings mit Gewinn gelesen zu haben, denn dem Buch entnimmt er Erkenntnisse darüber, wie weit der Kapitalismus Gewalt und Ausbeutung, Abfall und Naturzerstörung auslagert und wie weit dieses Vorgehen gesellschaftlich verdrängt wird. Allerdings liest Greffrath hier auch, dass gerade mit Blick auf ökologische Kriterien das Wegsehen immer schwerer falle. Dankbar bemerkt der Rezensent, dass Lessenich auf Moralisierungen verzichtet.