Die Menschheit bedrückt eine Verkettung kaum lösbarer Probleme: der Verlust von klimatischer Stabilität und natürlicher Vielfalt; die Globalisierung und der Abgrund zwischen Arm und Reich - aber auch die Rastlosigkeit, Hektik und Sinnleere, unter denen gerade Bewohner wohlhabender Regionen leiden. Für Andreas Weber sind all diese Probleme auf eine einzige Ursache zurückzuführen: auf eine Wirtschaftsreligion, die alles dem Wachstum unterordnet und deren Grundgedanken in einem falschen Bild vom Leben und einer falschen Idee vom Menschen wurzeln. Boomender Wohlstand allein macht nicht glücklicher - Menschen begehren nicht nur Güter, sondern Zufriedenheit und Glück in der Gemeinschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2008
Recht ausgiebig setzt sich Uwe Justus Wenzel mit der Geschichte oder auch den verschiedenen Geschichten eines ökologisch inspirierten Ganzheitsdenkens auseinander. Von Gaia bis Nachhaltigkeit, vom amerikanischen Transszendentalismus bis zur "Deep Ecology" eines Arne Naess. Den Verdacht, dass Wenzel dies tut, weil ihn das vorliegende Buch nicht sonderlich inspiriert, findet man in der zweiten Hälfte der Kritik dann bestätigt. Zwar nicht ganz unsympathisch, aber weder originell noch systematisch konsistent kommt Wenzel Andreas Webers Versuch der "Versöhnung" von Ökologie und Ökonomie vor. Das gerne als Fehlschluss angesehene Argument, dass aus dem Sein der Natur niemals ein Sollen des Menschens folgt, sieht Wenzel auch und gerade im "prophetischen Gestus", der Weber nicht fremd ist, nicht widerlegt. Kein böser Verriss, aber bei näherer Betrachtung der Rezension bleibt am Buch eigentlich kaum ein gutes Haar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2008
Weder was Romantik noch was Ökologie ist möchte Helmut Mayer sich von diesem Autor auseinandersetzen lassen. Zwar erkennt Mayer die Notwendigkeit, aus der Verbindung von Ökologie und Ökonomie konkrete Handlungsansätze zu entwickeln. Dies jedoch gelingt dem Autor gar nicht. Stattdessen sieht sich Mayer mit einer Überhöhung von Leitideen ins Objektive konfrontiert, die ihm bald gehörig auf die Nerven geht. Die von Andreas Weber angepeilten Glücksmomente hin oder her - des Autors gefühlige Naturschilderungen, das Gerede von Empfindung und Seele und der Generalverdacht gegen Ökonomie und Naturwissenschaft lassen den Rezensenten davonlaufen vor dieser "Erweckungsrhetorik".
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