Stefanie Diekmann

Mythologien der Fotografie

Abriss zur Diskursgeschichte eines Mediums
Cover: Mythologien der Fotografie
Wilhelm Fink Verlag, München 2003
ISBN 9783770537778
Kartoniert, 244 Seiten, 32,90 EUR

Klappentext

1975 legte der amerikanische Fotograf Joel-Peter Witkin an der University of New Mexico eine M.A. Thesis vor, die den Titel "Revolt against the Mystical" trägt. Dieser obskure und zugleich faszinierende Text - Autobiographie, Hagiographie, ein Sammelsurium von Anekdoten - bildet den Ausgangspunkt für eine Reihe von Erkundungen in die Mythen- und Diskursgeschichte der Fotografie. Untersucht werden in vier Kapiteln: die Geschichte der Retusche zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit; der Konflikt zwischen apparatischem Medium und Signaturprinzip, das Konkurrenzverhältnis zwischen der frühen Fotografie und der Malerei; die Experimente und Spekulationen um eine Fotografie des Unsichtbaren; die Rezeption der ersten Fotos des Grabtuchs von Turin und schließlich das mythische Dispositiv vom mortifizierenden Blick der Medusa. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den fototheoretischen Debatten des 19. Jahrhunderts, in denen sich jene Erwartungen, Konzeptionen und Vorbehalte ausbildeten, die noch in den einhundert Jahre später entstandenen Aufzeichnungen des Fotografen Witkin virulent sind.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.07.2004

Die Mythologie "als Gegenstück zu einer Theorie der Fotografie" zu betrachten", ist für die Rezensentin Christiane Kruse der viel versprechende Ansatz dieser Dissertation von Stefanie Diekmann. Ausgehend von einer autobiografischen Schrift des Fotografen Joel Peter Witkin schlage sich Diekmann durch das "Dickicht der Bildermythen", durch die Mythen- und Diskursgeschichte der Fotografie. Dafür trage sie eine eindrucksvolle Menge Material zusammen, zahlreiche Geschichten aus der noch jungen Geschichte der Fotografie, eine "Ansammlung zuweilen lächerlicher Vorfälle", Kuriositäten, "die inmitten einer Welt stattfanden, die sich selbst modern nannte". Doch der Rezensentin, deren Kritik man leider schlecht folgen kann, ist nicht deutlich geworden, wie es zu diesem Irrglauben kommen konnte. Sie sieht eher eine Erzählung auf die andere folgen - "wie dies im Mythos eben ist". Was der Rezensentin fehlt, sind "eine klar umrissene Fragestellung und ein hermeneutisches Instrumentarium".

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