München 1900: Laboratorium der Moderne Franziska zu Reventlow und Frank Wedekind, Hedwig Pringsheim und Thomas Mann, Lou Andreas Salomé und Rainer Maria Rilke, Marianne von Werefkin und Wassily Kandinsky - mutig und tatkräftig brechen sie alle um 1900 in der damals modernsten deutschen Stadt auf, um ein freieres, emanzipiertes Leben zu führen und die Zukunft zu gewinnen. Ihre inspirierenden Schicksale führen uns vor Augen, dass damals so Vieles begann, was bis heute fortwirkt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2023
Rezensent Gustav Seibt hat ebenso viel Spaß mit diesem Buch des Historikers Stefan Bollmann wie Einwände. Denn das, was Bollmann hier an Anekdoten aus der Münchner Boheme um 1900 zusammengetragen hat, erscheint dem Kritiker wie ein "rauschhaft vorüberflitzender" "Erzählteppich". Der Kritiker begegnet neben Größen wie Hedwig Pringsheim, Stefan George, Thomas und Katia Mann, Lovis Corinth oder Gabriele Münter Genies, Lebensreformern, Designern, Spiritisten oder Genderexperimentierern, erfreut sich an Klatsch und Tratsch und staunt über Bollmanns exquisite Bildbeschreibungen. Den Ton der "staunenden Nahsicht" kennt Seibt bereits aus den Büchern von Florian Illies, aber weshalb sich Autoren zwar die Mühe machen, jede Menge Material zusammenzukopieren, dann aber auf Register, Zitatnachweise und Hintergrundinformationen verzichten, ist dem Kritiker ein Rätsel. Über die politischen Hintergründe in Bayern hätte er ebenso gern etwas erfahren wie über die Forschungen zur Spaßkultur der Kaiserzeit. So bleibt der Band für Seibt nicht mehr als eine "supernette Kulturchronik".
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