Sorj Chalandon

Wilde Freude

Roman
Cover: Wilde Freude
dtv, München 2020
ISBN 9783423282376
Gebunden, 288 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Brigitte Große. Als die Pariser Buchhändlerin Jeanne die Diagnose Brustkrebs bekommt, verlässt sie ihr Mann, weil er das Leid seiner Frau nicht erträgt. Den Rat ihrer Ärzte, sich Unterstützung zu suchen, setzt sie auf überraschende Weise um: Ihre engsten Verbündeten im Kampf gegen den Krebs werden Brigitte, Assia und Mélody, allesamt Frauen, denen das Schicksal nicht wohlgesinnt war. Und so zögert Jeanne nicht lang, als ihre Mithilfe gefragt ist bei einem gewagten Coup: Geplant ist ein Überfall auf den größten Juwelier der Stadt, im Herzen von Paris.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2021

Rezensent Niklas Bender wird nicht froh mit Sorj Chalandons Roman. Für einen Krimi ist ihm die Geschichte um eine krebskranke Frau, die sich mit Hilfe einer Bande anderer Frauen zur Juwelendiebin mausert, zu rührselig, für eine ernste Erkundung eines Schicksalsschlages ist sie zu packend erzählt, zumindest stellenweise. Gute Unterhaltung aber kommt laut Bender vor allem nicht durchweg auf, weil sich der Autor einer Sprache bedient, die dem Rezensenten aus Mitleid feuchte Augen macht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.01.2021

Joseph Hanimann vermisst den "journalistischen Weitwinkelblick" des Autors in Sorj Chandalon neuem Buch. Die autobiografische Geschichte über das Leben mit Krebs scheint Hanimann routiniert in der Figuren und Situationen scharfstellenden Darstellung von klinischen Details, dem allseitigen Mitgefühl, der Panik und dem Galgenhumor der Betroffenen. Auch dass der Autor auf Pathos und "Trotzeuphorie" verzichtet, gefällt Hanimann gut. Allein, es fehlt dem Text laut Rezensent an Außenwelt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 27.08.2020

Rezensentin Sigrid Brinkmann bewundert Sorj Chalandons Händchen für die Prüfungen seiner Figuren und ihre Wirkungen. Dass der Autor seine an Krebs erkrankte Hauptfigur, die sich ihrem Leiden stellt, indem sie den Mann verlässt und in eine Frauen-WG zieht, nie verrät, auch wenn er sarkastische Dialoge schreibt, gefällt Brinkmann gut. Chandalons Feingefühl und Ernst rühren sie, gerade weil der Autor von der Verwandlung seiner Figur ganz ohne Sentimentalitäten erzählt, schonungslos und "wundervoll spöttisch".
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