Elisabeth hat Brustkrebs. Die Härte dieser Diagnose wird ihr bewusst, als sie nach einer langen Chemotherapie nicht nur ihre Haare, sondern auch ihre linke Brust verliert. Was sie danach durchmachen muss, ist jedoch noch härter: Ihr Freund verlässt sie, ihr Job wird ihr gekündigt, und dann weht ein Windstoß auch noch ihre Perücke davon. Die Jagd nach dem Haarteil, nach ihrer Maske von Normalität, führt sie unerwartet in ein schwimmendes Burlesque-Theater - und zu neuen Freunden und Chancen.
"Betty Boob" ist gewagt, originell und behandelt ein intimes und schwieriges Thema auf unerwartete Weise. Denn dieser Comic zeigt, anstatt zu erklären. Er präsentiert, anstatt zu verstecken. Er versprüht Freude, anstatt betroffen zu sein. Und er erzählt die Geschichte einer Frau, die viel verliert, aber noch mehr hinzugewinnt - fast ohne Worte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2019
Rezensent Christoph Haas staunt: In ihrer Graphic Novel "Betty Boop", angelehnt an die Zeichentrickfigur der Dreißiger, erzählen ihm die französische Szenaristin Vero Cazot und die Zeichnerin Julie Rocheleau von der in Folge einer Chemotherapie kahlköpfigen Elisabeth, die zugleich Freund und Job im Pariser Nobelkaufhaus verliert - und der Kritiker hat Spaß dabei. Das "Lob der Diversität" scheint ihm zwar ein wenig wohlfeil, aber die schwungvollen Zeichnungen und Erzählungen, gemixt mit allerlei Slapstick-Momenten, findet er grandios.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.11.2018
Julius Tamm freut sich über eine zeitgemäße Adaption des Betty-Boop-Stoffes durch Véronique Cazot und Julie Rocheleau. Dass die Autorinnen die sexistisch grundierte Story einfach umdrehen, aus Boop Boob machen und der Figur eine Brustkrebsdiagnose aufbürden, ist für Tamm wie für Betty Boob letztlich ein Glücksfall. Als Geschichte einer doppelten Emanzipation liest der Rezensent die fast nur aus Bildern bestehende Geschichte - einerseits von dem alten auf Brüste und Kurven reduzierten Frauenbild, andererseits von einem aufs Äußerliche beschränkten Schönheitsideal. Eine raffinierte Erzählung mit Comic-Humor und dunklen Elementen der Graphic Novel, so Tamm.
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