Lotte wird in den dreißiger Jahren im Zürcher Oberland geboren. Es herrscht Lebensmittelknappheit, und Lotte und ihre Familie kommen mehr schlecht als recht über die Runden. Dabei hat Lotte einen Traum: Sie möchte hinaus in die weite Welt, zunächst nach Zürich, in die Großstadt, um Künstlerin zu werden. Doch das ist für Frauen in jener Zeit nicht vorgesehen, ihre Aufgabe besteht von Kindheit an in der Versorgung von Haushalt und Familie. Als Lottes Vater mit 42 Jahren stirbt, muss sie ihrer Mutter versprechen, für immer bei ihr zu bleiben. Doch Lotte hält es nicht aus, schweren Herzens bricht sie ihr Versprechen und geht nach Zürich, wo ihr Bruder Paul und ihre beste Freundin Marianne bereits wohnen. Eines Tages lernt sie Gilles kennen, sie verlieben sich ineinander. Aber als sich alles glücklich zu fügen scheint, erfährt sie ein unglaubliches Familiengeheimnis, und ein Schicksalsschlag wirft sie fast aus der Bahn: bei ihr wird Brustkrebs diagnostiziert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2009
In ihrem Romandebüt führt die bereits durch Kurzprosa und ein Theaterstück hervorgetretene Lea Gottheil eindrücklich vor Augen, dass sich die Bedeutung eines Lebens erst in der Rückschau der Bruchstücke erkennen lässt, stellt Sophie Lübbert fest. In knapper Diktion, wenn auch manchmal ein bisschen zu demonstrativ, streiche die Schweizer Autorin diesen "dekonstruktiven Ansatz" heraus, wenn sie von Lotte erzählt, die mit Brustkrebs im Krankenhaus liegt und ihr Leben Revue passieren lässt, erklärt die grundsätzlich eingenommene Rezensentin. Wenn sie auch findet, dass Gottheil Kitsch und Allgemeinplätze nicht immer ganz sicher umschifft, so hat ihr der Roman doch insgesamt als Darstellung eines exemplarischen Frauenschicksals imponiert und sie lobt besonders die zurückhaltende, ruhige und aus verschiedenen Perspektiven zusammengesetzte Erzählweise.
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