Herausgegeben von Silke Satjukow und Rainer Gries. Adolf Hennecke, "Täve" Schur und Sigmund Jähn zählen zu den populärsten Figuren der DDR-Geschichte - der eine war Held der Arbeit, der andere Held des Sports, der dritte Held der Wissenschaft im Kosmos. Sie verkörperten die Ideale des Staates, stellten menschliche Symbole des Sozialismus dar und waren so etwas wie "Stars". Gedacht als strahlende Vorbilder, denen nachgeeifert werden sollte, unterlag ihr Leben öffentlichen Inszenierungsmechanismen, durften ihre inneren Konflikte, ja zum Teil dramatischen Schicksale nicht an die Öffentlichkeit dringen. Zugedacht war ihnen ausschließlich eine Rolle, die durch Bescheidenheit und Volksnähe, Engagement und Tatkraft geprägt war, denn durch sie sollte der sozialistische Fortschritt ein menschliches Antlitz erhalten. Von der Sowjetunion vorgegeben, wurden auch in Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei sozialistische Helden aufgebaut.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2002
In dieser Aufsatzsammlung geht es um die Besonderheiten sozialistischen Heldentums, und der Rezensent Rainer Hoffmann ist recht zufrieden mit dem, was das Buch über die Thematik vermitteln kann. Die "einführenden Übersichten" vermitteln zentrale Aspekte der Mechanismen "sozialistischer Heldenproduktion und -rezeption". Das entscheidende andere liegt darin, dass Helden im Sozialismus ausschließlich im Propagandadienst des Proletariats standen und ein Produkt der Partei waren. Dennoch finden sich hier auch allgemeine Grundmuster der Heldenproduktion und sogar "Strukturmuster des Märchens und christlicher Heiligenlegenden" werden sichtbar, so die Beobachtungen des Rezensenten.
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