Sigurd Pruetz

Falsch gedacht

(ab 14 Jahren)
Cover: Falsch gedacht
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2001
ISBN 9783407808806
Gebunden, 200 Seiten, 12,73 EUR

Klappentext

Berlin-Ost 1976: Wolfgang ist 16 Jahre alt. Das Theater um Klausuren und Aufnahmegespräche für die Humboldt-Universität hat er relativ gelassen überstanden. In zwei Jahren wird er als Schüler einer mathematisch-physikalischen Spezialklasse an diesem erlesenen Institut sein Abitur ablegen. Gleich am ersten Tag beginnt die Freundschaft zu Matti, Wolfgangs Zimmergenosse im Studentenwohnheim. Sie gehen in dieselbe Klasse, diskutieren über Glauben, Philosophie und Politik. In der gemeinsamen Wohnung lebt auch Gerd Förster, Bruce genannt. Bruce ist eine Legende: Schon als Dreizehnjähriger war er Preisträger der internationalen Mathematikolympiade. Er glaubt an die absolute Wahrheit von Leistung und Erkenntnis. Doch sowohl für Matti als auch für Bruce wird mit diesem Schuljahr die Zeit an der Elite-Uni ein vorzeitiges Ende haben...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.09.2001

Jungsein in der DDR der Siebziger? Wenn die Lebens- und Geisteshaltung des Autors "weit entfernt" ist vom "versöhnlichen Fazit" eines Thomas Brussig, so erscheint das der Rezensentin alles andere als nachteilig. Die schmerzlichen Erfahrungen mit der DDR, die die Helden dieses autobiografischen Romans schließlich "illusionslos und beschädigt" zurücklassen, sind ihr offenbar lieber, zumal Spannung und Komik auch nicht vollkommen ausgeblendet sind. Deutlich wichtiger aber ist Roswitha Budeus-Budde die "analytische und intellektuelle Schärfe" des Ganzen, "die alle nostalgischen Gefühle verhindert."
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.09.2001

Dieser Roman über zwei "hochbegabte Halbstarke" in Ost-Berlin 1976 hat alles, was zu einer "flotten" Schulgeschichte gehört, schreibt Evelyn Finger: schrullige Lehrer, erster Liebe, erste Gedichte. Aber es ist auch ein "Entzauberungsbuch über das Wunderkindland DDR", meint die Rezensentin. Denn immer wieder stoßen die zwei Mathematikgenies an die Grenzen des sozialistisch korrekten Alltags. Sie sind einfach zu schlau, "zu neugierig, spitzfindig, unverbogen", schreibt Finger, die das Buch offenbar mit Vergnügen gelesen hat.
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