Ferdinand Friedensburg (1886-1972) zählte zu den markanten Gestalten der Berliner Nachkriegszeit. Als der Kalte Krieg die Viersektorenstadt erfasste, geriet er als Mitgründer der CDU und als Bürgermeister ins Zentrum eines erbitterten Ringens um Demokratie oder Diktatur. Mit seinen Bemühungen um einen Brückenschlag zwischen den verfeindeten Großmächten stand er allerdings auf verlorenem Posten. Erstmals werden in diesem Band seine berlin- und deutschlandpolitischen Vorstellungen und Handlungen umfassend dargestellt. Dabei kommt ein engagierter, eigenwilliger Mann zum Vorschein, der aus der Berliner Perspektive und in Sorge um die nationale Einheit für eine »deutsche Option« im weltpolitischen Dualismus stritt. Dem Leser bietet sich so eine neue Sichtweise der dramatischen Vorgänge im krisengeschüttelten Nachkriegsberlin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2009
Ein wenig irritiert hat Rezensent Daniel Koerfer diese Biografie Ferdinand Friedensburgs in die Hand genommen. Was kann einen heute noch an diesem Ost-Berliner CDU-Politiker noch interessieren? Um es vorweg zu nehmen: So ganz geklärt wird diese Frage nicht, und Koerfer lässt auch offen, ob er dieses Buch nun empfehlen kann oder nicht. Was er deutlich macht, ist dass Friedensburg ein eher zögerlicher Politiker war, der von sich selbst sagte, er sei kein Kommunist, aber ein Freund der Sowjetunion, wie Doerfer zitiert, und der sich von der Sowjetischen Militäradministration weidlich als konservativ-bürgerliches Aushängeschild ausnutzen ließ. Was den Rezensenten zudem verwundert, ist, dass der Historiker Gerhard Keiderling dem naiven Konservativen mit diesem Buch eine durchaus "wohlwollende Würdigung" zuteil werden lässt - aus früheren Tagen war Keiderling dem Rezensenten noch als "schärfstes Schwert der SED" bekannt. Dies scheint sich nur noch insofern niederzuschlagen, als Keiderling in dem Buch zu Sowjetunion und USA auf Äquidistanz geht.
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