Sigrid Damm

Wohin mit mir?

Roman
Cover: Wohin mit mir?
Suhrkamp Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783458175292
Gebunden, 286 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Rom im Millenium-Fieber, Lärm, Abgase, Touristenströme. Die Ewige Stadt erscheint ihr wie ein einziger Monitor, auf dem tausend Bilder gleichzeitig laufen. Sie fühlt sich zunächst wenig willkommen. Erst in den Parks der Villa Borghese, vor den Gemälden Caravaggios in der Kirche Santa Maria del Popolo und gemeinsam mit den Söhnen, die sie besuchen, findet sie Momente des Glücks. Sie holt sich den Norden in die Ewige Stadt. Schließlich aber erliegt sie der Faszination des Südens doch. Da ist in Rom Baschal, ein junger Kongolese, Pförtner in Trinità dei Monti, da sind Fulio und Anna, das alte Ehepaar, und die deutsche Buchhändlerin an der Piazza Montecitorio. Sie folgt den Spuren von Ingeborg Bachmann, ihr begegnet der Komponist Hans Werner Henze. Und Goethe ist allgegenwärtig, nicht nur in ihrem Domizil, der Casa di Goethe.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.01.2013

Kristina Maidt-Zinke ist angenehm überrascht, dass Sigrid Damms Tagebuch aus ihrer Zeit in der Casa di Goethe in Rom so ein untypisches Rom-Buch geworden ist: Die ostdeutsche Schriftstellerin zieht es nämlich eigentlich gar nicht in den Süden, sondern in den hohen Norden, und so hängt sie in ihrem Stipendiatenzimmer erst einmal Wanderkarten von Lappland auf. Aber natürlich verschließt sich die Autorin den Römischen Eindrücken nicht, sondern macht Entdeckungen und Bekanntschaften, und so ist die Rezensentin erneut angenehm überrascht, dass es letztlich doch ein typisches Rom-Buch geworden ist, und zwar, wie sie versichert, eines "der liebenswürdigsten Sorte".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.05.2012

Gustav Seibt feiert das Buch als seltenes Glück eines unverstellten Blicks auf die Ewige Stadt, auf Caravaggio und auf prunkenden Barock. Singulär in der Reihe der Rom-Erfahrungen deutscher Schriftsteller scheint ihm Sigrid Damms Aufenthalt in der Casa di Goethe anno 1999 schon wegen der Zwischenzeit, in die er fällt. Zwischen Mauerfall und 9/11 kommt hier eine Autorin mit 40 Jahren DDR im Rücken nach Rom und macht "aktuelle Seherfahrungen". Seibt vermittelt sich das ganz gegenwartszugewandt (wie bei Brinkmann), doch ohne Häme (wie bei Brinkmann). Diese milde Balance zwischen dem Selbst und dem Süden findet Seibt äußerst einnehmend.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2012

Höchst angetan zeigt sich Heinrich Detering von Sigrid Damms römischen Tagebuch. Die Autorin, die 1999 ein halbes Jahr in der Casa di Goethe am Corso in Rom verbrachte, schildert ihre Begegnung mit der Stadt, über die sie kaum etwas weiß und in die sie eher unwillig gekommen ist, weil sie viel lieber in Lappland geblieben wäre. Wie aus Damms anfänglicher Skepsis Vertrautheit und Zuneigung wird, findet Detering ganz wunderbar beschrieben. Er lobt die Beobachtungsgabe der Autorin, ihre Echtheit, ihren Verzicht auf Bildungshuberei. Der Autorin gelingt es zur Freude des Rezensenten, ein lebendiges Bildungserlebnis höchst "unterhaltsam" zu vermitteln.
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