Enrico Ippolito

Was rot war

Roman
Cover: Was rot war
Kindler Verlag, Reinbek 2021
ISBN 9783463000091
Gebunden, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Das Schicksal zweier Frauen: vereint im Kampf um politische ideale, entzweit durch einen unverzeihlichen Verrat. Cruci blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Ihre große Liebe ist fort, ihr Sohn Rocco aus dem Haus, die Kommunistische Partei Italiens lange zerschlagen. Da ereilt Cruci die Nachricht vom Tod ihrer Freundin Lucia. Ende der siebziger Jahre lernten sich die beiden auf der kommunistischen Schule Frattocchie kennen, wo sie zu Funktionärinnen ausgebildet wurden. Was beide verband, war ihr Ideal, die "Frauensache" voranzutreiben. Bis ein unverzeihlicher Verrat sie trennte. Cruci beschließt, mit ihrem Sohn Rocco zur Beerdigung von Köln nach Rom zu reisen. Während sie sich den Erinnerungen stellt, beginnt für Rocco eine Spurensuche in das politische und persönliche Leben seiner Mutter, das ihm bis dahin unbekannt war. Vom Rom der 70er Jahre bis ins Köln der Gegenwart: die Geschichte einer Freundschaft, in die sich politische Umbrüche unverkennbar eingeschrieben haben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.11.2021

Rezensent Ambros Waibel ist "unbedingt überrascht" vom Debütroman seines ehemaligen Taz-Kollegen Enrico Ippolito. Denn mit einer Glaubwürdigkeit, die Waibel sogar bei Genregrößen wie Francesca Melandri manchmal vermisst, verpacke dieser eine Dreiecksgeschichte in einen historischen Roman, staunt Waibel. Zwei Ebenen stellt der Kritiker in Bezug auf den Titel fest: eine "links-melancholische", auf der über die Geschichte der Eltern des Protagonisten Rocco dem Untergang der Kommunistischen Partei Italiens nachgespürt wird, und eine Gegenwartsebene, in der Rocco eine Liebesaffäre in Rom hat. Letztlich gehe es Ippolito dabei darum, wie das Individuum in der Vergangenheit zugunsten der Kollektivität unterdrückt wurde und nun in der Gegenwart andersherum den Wunsch danach unterdrücken muss, um bestehen zu können, analysiert Waibel. Wie Ippolito dabei aus der Vergangenheit durchweg "lebendigstes Jetzt" schaffe, imponiert ihm.

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