Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Der Club der Buchstabenmörder ist eine Geheimgesellschaft im Moskau der 1920er Jahre. Jeden Samstag treffen sich die Mitglieder in einem Raum voller leerer Bücherregale. Sie erzählen einander Geschichten, eine phantastischer als die andere, aber nichts darf auf Papier gebannt werden - Buchstaben sind Ideengefängnisse und müssen zerstört, Manuskripte verbrannt werden. Darüber sind sich alle einig, doch das gegenseitige Misstrauen wächst, die Atmosphäre der Treffen wird zunehmend unheimlicher.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2016
Eine gute Gelegenheit, einen herausragenden Vertreter der russischen literarischen Moderne kennenzulernen, hat Felix Philipp Ingold vorzustellen. Sigismund Krzyzanowskis essayistische Novelle vereint laut Ingold zeitkritische, romantische, wissenschaftliche, utopische und antiutopische sowie spielerische Momente in eigenwilliger Zusammenstellung. Die labyrinthische, episodische Geschichte um einen Büchernarren, der sich der Vernichtung aller Texte in einer Geheimloge verschreibt, um dem Spekulativen und dem Schweigen Raum zu verschaffen, ist für Ingold unterhaltsame, anspruchsvolle Erzählkunst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2015
Rezensent Tim Neshitov begrüßt es, dass der russischstämmige Autor Sigismund Krzyzanowski nun mit dem bereits 1926 erschienenen Buch "Der Club der Buchstabenmörder" wiederentdeckt werden kann. Beklemmend und "phantasmagorisch" erscheint ihm die Novelle, die von einer Gruppe Menschen erzählt, die sich vor leeren Bücherregalen Geschichten erzählen. Vor allem verneigt sich der Kritiker vor der Übersetzerin Dorothea Trottenberg, die die radikalen Erzählexperimente des Autors elegant ins Deutsche überträgt. Allerdings muss Neshitov gestehen, dass ihn die Willkürlichkeit von Krzyzanowskis Sprachspielen gelegentlich genervt hat.
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