Iwan Bunin

Am Ursprung der Tage

Frühe Erzählungen 1890 - 1909
Cover: Am Ursprung der Tage
Dörlemann Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783908777601
Gebunden, 286 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Die frühen, zwischen 1890 und 1909 publizierten Erzählungen spiegeln die literarische Entwicklung Bunins von seinen noch fast jugendlichen Anfängen bis zu der Zeit, als er in Russland bereits ein angesehener Autor war, der 1909 den prestigeträchtigen Puschkinpreis erhielt und Ehrenmitglied der Akademie wurde. Die vorliegenden Erzählungen zeigen mit großer Schärfe die tiefen wirtschaftlichen Probleme, den Hunger, den Niedergang des kleinen Adels, die erzwungene Auswanderung zahlreicher Bauern. Doch richtet sich der Blick unvoreingenommen auf die Menschen selbst, auf die manchmal skurrilen Landbewohner, die kleinen Momente von Glück und Trauer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.01.2011

Folgen wir Judith von Sternburg, gibt es was zu entdecken. Einen zum Dichter Berufenen und unangestrengte Meisterschaft. Zu begutachten in siebzehn Prosastücken von ausgesuchter Handlung und überzeugendem Ton. Das mitunter Skizzenhafte stört die Rezensentin nicht. Immer wieder entschädigen sie intensiv geschilderte Naturstimmungen und Seelenlagen, Bilder aus dem Alltag einer dem ökonomischen Untergang geweihten Landbevölkerung. Dass Iwan Bunin eher sparsam erzählt, deutet Sternburg positiv als individuellen, ideologisch freien Blick und Ausdruck.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2010

Völlig hingerissen zeigt sich Ilma Rakusa von diesen frühen Erzählungen Iwan Bunins. Sie würdigt den Autor, der 1933 in der Emigration den Nobelpreis erhielt, als einen der "bedeutendsten russischen Prosastilisten". Großartig findet sie, wie in den siebzehn vorliegenden Erzählungen Sprache und Stoff zueinander finden. Ebenso suggestiv wie sublim erzählen die Texte für sie von den Leiden und Freuden eines Kindes, vom Leben des Landadels, von Bauern, Bettlern, porträtieren ironisch Städter, die es sich auf dem Land gut gehen lassen, und stimmen gelegentlich auch einen ergreifenden melancholischen Ton an. Rakusa schwärmt vom Talent des Autors, poetisch zu verdichten, Momente so zu beschreiben, dass sie "Tiefe und Weite entfalten und zauberisch zu leuchten beginnen". Auch Bunins Beschwörungen der Natur, die in den Erzählungen als "grandios schöner oder schrecklicher Begleiter menschlichen Tuns" erscheint, haben sie zutiefst beeindruckt und bewegt. Mit hohem Lob bedenkt die Rezensentin auch die Dorothea Trottenberg Übersetzung und Thomas Grobs fundiertes Nachwort. Ihr Fazit: "Meisterhaft".