Trotz ihrer großen Bedeutung nimmt die Mathematik im kulturellen Bewusstsein eine eher periphere Stellung ein. Entsprechend steckt auch die wissenschaftliche Erforschung des Verhältnisses von Kunst und Mathematik noch in den Anfängen. Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert der Mathematik in Philosophie und Literatur zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Beispiel von drei Autoren: dem Religionsphilosophen Pavel Florenskij, dem Futuristen Velimir Chlebnikov und dem absurdistischen Schriftsteller Daniil Charms. Die zentrale Stellung der Mathematik ist das verbindende Glied zwischen den drei Autoren; sie vertreten jedoch unterschiedliche Mathematikkonzepte, wie an ausgewählten Themenkomplexen (Unendlichkeit, Anschauung, Geometrie, Anwendung von Mathematik, Status und Bedeutung von Zahlen und Zeichen) gezeigt wird. Den Ausgangspunkt und Hintergrund der Arbeit bildet die mathematisch-philosophische Grundlagendebatte der Jahrhundertwende (19./20. Jh.).
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2006
Anke Niederbudde mache einen Autor wie Pawel Florenski soweit anschaulich, dass selbst das rätselhafte Detail zumindest "nachvollziehbar" werde, lobt Rezensent Felix Philipp Ingold. Für seine theologisch-philosophischen Gedanken bemühe Florenski nämlich gerne die Mathematik, was der Autorin zufolge meist metaphorisch und selten wissenschaftlich zu verstehen sei. Solche uneigentliche Rede gehe so weit, dass Florenski Mathematik und Physik sogar gegen rationalistische Weltanschauungen verwende. Auf welcher "Ebene" sich dieser Diskurs jeweils bewege, wenn es um Mathematik geht, ist aus der Sicht des Rezensenten nur schwer zu erkennen. Einen wichtigen Fingerzeig zum besseren Verständnis gebe die Autorin immerhin in einer Anmerkung, wenn sie darauf hinweise, dass Florenski im Grunde ein religiös mittelalterliches Weltbild pflege, das sich auch durch einen Newton nicht so einfach aus der Bahn werfen ließ.
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