Mit einem Vorwort von Simone Veil. In Zusammenarbeit mit Beatrice Prasquier. Shlomo Venezia beschreibt, wie er und seine "Kollegen" zu Arbeitern in der Vernichtungsfabrik der Nazis gemacht wurden. In der Hoffnung, so zu überleben, befolgten sie die Befehle der SS und führten täglich 400-500 Menschen, darunter sogar Verwandte, in die Krematorien und "entsorgten" danach die Leichname. Was spielt sich im Innersten eines Menschen ab, der für einen solchen Zwangsdienst zwar mehr Essen und Kleidung als "normale" Häftlinge erhält, aber der nur noch mit "Stück Nummer 182 727" gerufen wird? Als Zeugen der Massenvernichtung wurden die Mitglieder des Sonderkommandos in der Regel nach einigen Monaten erschossen. Venezia blieb dieses Schicksal erspart. Mitglieder der Sonderkommandos haben vor Jahren in Interviews Auskunft erteilt. Aber Venezia ist der Erste, der in Buchform ausführlich erzählt: die Ghettoisierung der Juden in Saloniki, der Zugtransport nach Auschwitz-Birkenau, das Verhältnis der Sonderkommando-Mitglieder zu den anderen Häftlingen, den Kapos und Blockältesten, die Evakuierung des Lagers im Januar 1945 und der "Todesmarsch" nach Mauthausen. Er erzählt von unvorstellbarer Grausamkeit, aber auch von beinahe übermenschlicher Opfer- und Hilfsbereitschaft.
So gründlich, so präzis, wie in diesen Erinnerungen hat Rezensentin Gabriele von Arnim noch nie gelesen, was es bedeutetet hat, in einem sogenannten Sonderkommando im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu arbeiten und pflichtet der Vorwortautorin Simone Veil bei, dass es sich hier sogar um das "einzige vollständige Zeugnis" eines Menschen handelt, der zu dieser furchtbaren "Arbeit" gezwungen gewesen sei. Den genauen Ablauf des Massenmordes, das Überwachen der Entkleidung der Opfer, das Herausziehen der ineinander verklammerten Leichen aus dem Gaskammern, die Verwertung und Vernichtung der Körper: die ganze "Architektur des Mordens", samt seiner Umgebung und grauenhaften Details fand sie in diesem Buch geschildert. Neben dem Mut des Autors, diese Dinge niederzuschreiben, hebt die Rezensentin auch den Anteil von Beatrice Pasquier am Zustandekommen dieses Erinnerungsbuches hervor.
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