Abschied von der Zwei-Staaten-Lösung? Seit sechzig Jahren ist der Nahost-Konflikt ein Problem der Weltpolitik, das trotz zahlloser Lösungsvorschläge bis heute ungelöst ist - die aktuelle Situation scheint sogar verfahrener denn je. In einer solchen Situation, argumentiert Sari Nusseibeh, einer der bekanntesten palästinensischen Philosophen und seit Jahren aktiv in den Friedensprozess involviert, muss man über die eingefahrenen Muster hinausdenken. Um einen Raum zu öffnen, in dem der Frieden nicht nur denkbar ist, muss man sich die essentiellen Fragen neu stellen: Wie konnte es so weit kommen? Was zählt im Alltag der Menschen? Und wozu soll ein Staat überhaupt dienen?
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.03.2012
Alexandra Senfft findet Sari Nusseibehs Buch "Ein Staat für Palästina?" provokant, hätte es vom Autor aber auch nicht anders erwartet. Die Ideen, die Nusseibeh äußert, sind nicht neu, erklärt die Rezensentin: Er spricht sich für einen gemeinsamen Staat aus, in dem die Palästinenser zwar nicht an der Politik beteiligt wären, aber zumindest freiheitliche Rechte genießen könnten. Den Umstand, dass ein palästinensischer Intellektueller sich für eine solche Lösung ausspricht, findet Senfft beachtlich, besonders angesichts der Bemühungen Palästinas, von der UN als eigenständiger Staat anerkannt zu werden. Der Rezensentin gefällt die Argumentation des Autors, auch wenn sie skeptisch ist, ob die Mehrheit der Israelis und Palästinenser ihre Meinung teilen würden.
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