Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Ein Datum, das die Welt verändert hat: der 7. Oktober 2023. Der - so eine der Kernthesen von Fania Oz-Salzberger - völkermordende Überfall der Hamas auf die israelische Bevölkerung hat einen furchtbaren Krieg nach sich gezogen. Die Welt ist seitdem eine andere, auch das traditionell enge Verhältnis zwischen Deutschland und Israel. Die Historikerin Fania Oz-Salzberger geht dieser Veränderung nach und appelliert leidenschaftlich an die deutsche Öffentlichkeit, zu Israel zu stehen, aber dessen Politik zu kritisieren, wo immer es nötig ist. Oz-Salzberger benennt die gegenwärtigen Konflikte und Probleme und zeigt, darin ihrem Vater Amos folgend, eine mögliche Zukunft von zwei Staaten, Israel und Palästina.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.10.2024
Eher skeptisch blickt Rezensenten Carsten Hueck auf Fania Oz-Salzbergers Plädoyer für einen humanistischen Zionismus. Kurz skizziert er die von der Autorin dargelegte Reaktion auf die Katastrophe des 7. Oktober, die nach ihrem eigenen Bekunden ihre Persönlichkeit verändert und ihr Bewusstsein für das Böse geschärft hat. Zwar verspreche Oz-Salzberger nach diesem emotionalen Beginn eine vernunftgeleitete Analyse, aber das gelingt ihr laut Rezensent nicht. Gegen ihr Eintreten für einen deutsch-israelischen Dialog hat er dabei keine Einwände, ihn stört ihr Festhalten an einer Zwei-Staaten-Lösung. Ihre Hoffnung sei, dass sich dereinst ein Ausgleich mit einem demokratisierten und entmilitarisierten Palästinenserstaat finde. Aber ihr humanistischer Zionismus, meint Hueck, sei in Israel gar nicht majoritär, und Oz-Salzbergers Hoffnung darauf erscheint ihm "verzweifelt naiv", wenn auch "alternativlos".
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