Palästinensische Selbstmordanschläge, israelische Militärinvasionen und gescheiterte Friedensverhandlungen. Die Gewaltspirale im Nahen Osten hat sich seit Ausbruch der zweiten Intifada im Jahr 2000 immer schneller gedreht. Wohin hat der Konflikt die zwei Gesellschaften geführt? Was motiviert einen Selbstmordattentäter zu seiner Tat? Wie sieht die Gedankenwelt eines israelischen Panzerschützen aus? Karin Wenger gibt Antworten auf diese Fragen und führt die Leser zu palästinensischen Kämpfern, Kollaborateuren und in den Gazastreifen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2008
Rezensent Erich Gysling ist beeindruckt von der Binnenperspektive auf die palästinensische Gesellschaft, die die Autorin Karin Wenger vermittelt. Seit Jahren lebt sie immer wieder im Westjordanland und im Gazastreifen und teilt auch sonst das Leben der Palästinenser. Sie verfolgt in ihrem Buch den Ansatz, das tägliche Leben in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die politische Situation. Gleichzeitig zeigt sie auf, wie kaputt die politische Situation die Gesellschaft gemacht hat. Das gelingt ihr nach Gyslings Einschätzung auf sehr überzeugende Weise, ohne dass sie die Palästinenser "idealisiert". Als Manko des Buches empfindet der Rezensent lediglich, dass die Israelis hierbei meist "anonyme Beamte", "Apparatschiks" bleiben.
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