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Amos Oz

Liebe Fanatiker

Drei Plädoyers
Cover: Liebe Fanatiker
Suhrkamp Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783518428023
Kartoniert, 143 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Von Fanatikern geht gegenwärtig die größte Gefahr aus auf dem gesamten Globus - als Terroristen führen sie Krieg gegen bestimmte Gruppen wegen deren Glaubens oder Hautfarbe, als Selbstmordattentäter ermorden sie wahllos Einzelne um ihren Glauben zu bezeugen und/oder wegen medialer Aufmerksamkeit. Amos Oz, aufgewachsen in Jerusalem, zum Schriftsteller geworden in einem Kibbuz, in der "Peace-Now" aktiv, ist aufgrund seiner persönlichen Erfahrung zu einem "Fachmann für vergleichenden Fanatismus" geworden: in seinen Büchern lotet er dessen Abgründe aus, als Kommentator bekämpft er sie politisch, als Betroffener stellt er sich und anderen die Frage, wie man zum Fanatiker werden kann.
Die drei Essays dieses Bandes stammen also weder von einem Forscher noch von einem Experten, sie beruhen auf der existenziellen Betroffenheit des Autors, seiner Erfahrungen im täglichen Umgang wie in der Analyse des Geschehenen und Geschehenden. Sie erheben weder den Anspruch, alle Details des Streits zu beleuchten, noch alle Facetten abzubilden, am allerwenigsten darauf, das letzte, das abschließende Wort, kurz: recht zu behalten: Das Ziel dieser Plädoyers besteht darin, mit ihnen bei jenen auf Aufmerksamkeit zu stoßen, die anderer Meinung als ich, also Fanatiker, sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.09.2018

Einen kleinen Wegweiser in sein Denken habe Amos Oz hier vorgelegt, lobt ein wohlwollender Tobias Krause in seiner kurzen Kritik des schmalen Bandes. Behende und instruktiv lege Oz hier eine kleine Systematik des Fanatismus vor - den er vor allem in der nationalen und religiösen Ausprägung untersucht - und benenne auch die Gegenmittel: Witz, zum Beispiel, oder Empathie und die Anerkennung von Vielfalt. Auch für Israel komme Oz auf das Thema zurück und liefere eine weitere plausible Begründung für eine Zweistaatenlösung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.04.2018

Laut Rezensentin Meike Feßmann kann keiner so klug und zugleich pragmatisch über die Lage in Israel schreiben wie Amos Oz. Erhellend an dem Band mit drei Plädoyers für eine Zweistaatenlösung, zwei davon aktualisierte Fassungen früherer Texte, findet sie, wie einfach der Autor das Problem seines Landes zu beschreiben weiß. Dass es Fanatiker immer und überall gibt, ist für sie eine der wertvollen Erkenntnisse des Buches, die durchaus über Israel hinausweist, wie sie findet.
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